Einleitung
Martina Wziontek ist eine deutsche Architektin und engagierte Humanitärin, die sich seit mehr als zwei Jahrzehnten für Kinder, Jugendliche und Familien in Burundi einsetzt. Bekannt ist sie vor allem als Gründerin des Vereins Burundikids e.V. und durch ihre Ehe mit der bekannten deutschen Fernsehjournalistin und Moderatorin Bettina Böttinger. Ihr eigenes Lebenswerk steht jedoch nicht im Schatten ihrer prominenten Partnerin. Mit Burundikids hat sie eine Organisation aufgebaut, die langfristig Bildungs-, Gesundheits- und Jugendprojekte in Burundi unterstützt.
Die entscheidende Veränderung in ihrem Leben begann im Jahr 2002. Damals reiste Wziontek gemeinsam mit der Kriegs- und Krisenfotografin Ursula Meissner nach Ruanda und machte einen Abstecher in das Nachbarland Burundi. Dort begegnete sie der deutschen Krankenschwester Verena Stamm, die bereits seit vielen Jahren in Burundi lebte und sich um benachteiligte Kinder kümmerte. Die Eindrücke dieser Reise ließen Wziontek nicht mehr los. Als Architektin erkannte sie zugleich eine Möglichkeit, ihre beruflichen Fähigkeiten für einen sozialen Zweck einzusetzen. 2003 gründete sie schließlich Burundikids e.V.
Heute verbindet Martina Wziontek ihren Beruf als Architektin mit langfristigem sozialen Engagement. Für ihre Arbeit erhielt sie 2021 das Bundesverdienstkreuz. Damit wurde ein Engagement gewürdigt, das weit über einzelne Hilfsaktionen hinausgeht und sich über viele Jahre auf den Aufbau nachhaltiger Strukturen konzentriert.
Martina Wziontek als Architektin
Martina Wziontek ist ausgebildete Architektin und arbeitet in Köln. Ihr beruflicher Hintergrund ist für ihre humanitäre Tätigkeit von besonderer Bedeutung, denn Architektur spielt bei zahlreichen Projekten von Burundikids eine wichtige Rolle.
Für Wziontek geht es bei Entwicklungsarbeit nicht ausschließlich um finanzielle Unterstützung. Schulen, Jugendzentren und andere Einrichtungen schaffen dauerhafte Orte, an denen Menschen lernen, arbeiten und sich weiterentwickeln können. Ihre Kenntnisse als Architektin ermöglichen es ihr, solche Projekte auch planerisch zu begleiten.
Die Verbindung zwischen Architektur und humanitärer Arbeit wurde bereits bei der Gründung von Burundikids deutlich. Der ursprüngliche Gedanke bestand darin, in Burundi eine Schule zu bauen. Aus dieser Idee entwickelte sich innerhalb weniger Jahre eine größere Organisation mit verschiedenen Bildungs-, Gesundheits- und Jugendprojekten. Der Verein selbst beschreibt Wziontek als Architektin und Gründerin.
Ihre Geschichte zeigt deshalb, dass soziale Verantwortung nicht unbedingt eine komplette berufliche Neuorientierung voraussetzt. Wziontek nutzte vielmehr ihre vorhandenen Fähigkeiten, um konkrete Veränderungen zu ermöglichen. Architektur wurde für sie zu einem Werkzeug, mit dem langfristige soziale Projekte unterstützt werden können.
Die Reise nach Burundi im Jahr 2002
Das Jahr 2002 gilt als entscheidender Ausgangspunkt für Wzionteks Engagement. Gemeinsam mit Ursula Meissner reiste sie zunächst nach Ruanda und anschließend nach Burundi. Meissner war als Kriegs- und Krisenfotografin unterwegs und beschäftigte sich mit den Folgen von Konflikten, Armut und den Lebensbedingungen von Kindern.
In Burundi begegnete Wziontek Verena Stamm. Die deutsche Krankenschwester lebte bereits seit 1972 in dem ostafrikanischen Land. Sie hatte dort unter anderem Kinderheime für Straßen- und Waisenkinder aufgebaut. Wziontek war von Stamms Arbeit tief beeindruckt.
Besonders die Idee, eine Schule zu errichten, beschäftigte sie nach ihrer Rückkehr nach Deutschland. Als Architektin hatte sie die Möglichkeit, bei einem solchen Projekt nicht nur finanziell, sondern auch fachlich mitzuwirken.
Burundikids beschreibt diese Reise rückblickend als eine Art Initialzündung. Aus einem persönlichen Eindruck entstand eine langfristige Verpflichtung. Wziontek gründete im folgenden Jahr den Verein und begann damit, Unterstützerinnen und Unterstützer für die Arbeit in Burundi zu gewinnen.
Die Gründung von Burundikids
Im Juli 2003 gründete Martina Wziontek den gemeinnützigen Verein Burundikids e.V. Die Organisation arbeitet konfessionell und politisch unabhängig. Im Mittelpunkt steht die Unterstützung besonders benachteiligter Menschen und die Förderung ihrer Selbstständigkeit.
Zu den langfristigen Schwerpunkten gehören Bildung, Gesundheit, Kinderschutz, Frauenrechte, die Förderung von Mädchen und jungen Frauen, Armutsbekämpfung und Umweltschutz. Damit verfolgt Burundikids einen breit angelegten Ansatz.
Ein zentraler Partner vor Ort ist die Fondation Stamm unter der Leitung von Verena Stamm. Die Organisation verfügt über langjährige Erfahrungen in Burundi und kennt die lokalen Bedingungen. Die Zusammenarbeit ermöglicht es Burundikids, Projekte nicht ausschließlich aus Deutschland heraus zu planen, sondern mit Menschen vor Ort umzusetzen.
Diese Verbindung zwischen deutscher Unterstützung und lokalen Partnern ist ein wichtiger Bestandteil der Arbeit. Die Projekte sollen an den tatsächlichen Bedürfnissen der Menschen ausgerichtet werden und langfristig Wirkung entfalten.
Bildung und Jugend als zentrale Themen
Bildung gehört zu den wichtigsten Bereichen von Burundikids. Der Verein unterstützt Schulen und Ausbildungsangebote und möchte Kindern und Jugendlichen bessere Zukunftschancen eröffnen.
Der Schwerpunkt auf jungen Menschen ist für Burundi besonders relevant. Nach Angaben von Burundikids ist ein großer Teil der Bevölkerung sehr jung. Gleichzeitig bestehen weiterhin Herausforderungen beim Zugang zu Bildung und beruflichen Möglichkeiten. Der Verein versucht deshalb, neben klassischen Schulen auch weitere Bildungs- und Ausbildungsangebote zu unterstützen.
Ein Beispiel für diesen Ansatz ist das Jugendzentrum in Gitega. Das Projekt wurde von Martina Wziontek geplant und in Zusammenarbeit mit weiteren Partnern umgesetzt. Der Gedanke dahinter war, Jugendlichen einen Ort zu geben, an dem sie sich auch außerhalb des normalen Schulunterrichts weiterentwickeln können. Entwicklungsarbeit. Eine Schule oder ein Jugendzentrum kann über viele Jahre genutzt werden und dadurch zahlreiche Generationen erreichen.
Das Jugendzentrum in Gitega
Solche Projekte verdeutlichen den Unterschied zwischen kurzfristiger Nothilfe und langfristiger
Das Jugendzentrum in Gitega gehört zu den besonderen Projekten, die mit Martina Wzionteks Arbeit verbunden sind. Das Zentrum wurde von ihr geplant und mit Unterstützung verschiedener Partner realisiert.
Die Idee war, jungen Menschen einen sicheren und vielseitig nutzbaren Ort zur Verfügung zu stellen. Neben schulischer Bildung können solche Einrichtungen kulturelle, sportliche und berufliche Aktivitäten ermöglichen.
Das Projekt entstand in Zusammenarbeit mit dem deutschen Fußballnationalspieler Thilo Kehrer und seiner Stiftung. Kehrer wollte sich ebenfalls in Burundi engagieren, das eine familiäre Verbindung zu seiner Mutter hat. Burundikids unterstützte die Umsetzung und brachte seine Erfahrungen aus der lokalen Projektarbeit ein.
Das Jugendzentrum zeigt besonders deutlich, wie Wzionteks beruflicher Hintergrund mit ihrem sozialen Engagement verbunden ist. Sie war nicht nur als Organisatorin beteiligt, sondern konnte ihre architektonischen Kenntnisse direkt in die Planung einbringen.
Für junge Menschen können solche Räume eine wichtige Ergänzung zum formalen Bildungssystem darstellen. Sie schaffen Möglichkeiten für Begegnung, Weiterbildung und persönliche Entwicklung.
Das Bundesverdienstkreuz im Jahr 2021
Für ihr langjähriges Engagement wurde Martina Wziontek am 30. Juni 2021 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Die Verleihung fand im Historischen Rathaus in Köln statt. Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker überreichte die Auszeichnung im Auftrag des Bundespräsidenten.
Die Ehrung würdigte Wzionteks langjährige Arbeit für Burundikids. Zu diesem Zeitpunkt bestand der Verein bereits seit 18 Jahren, und Wziontek hatte zahlreiche Reisen nach Burundi unternommen.
Bemerkenswert ist, dass Wziontek die Auszeichnung nicht ausschließlich als persönlichen Erfolg betrachtete. In ihrer Reaktion bezeichnete sie die Ehrung als Anerkennung für die Arbeit des gesamten Burundikids-Teams. Gleichzeitig betonte sie ihre Hoffnung auf weitere positive Entwicklungen in Burundi und die Bedeutung von Chancen für junge Menschen.
Das Bundesverdienstkreuz machte ihr Engagement einer größeren Öffentlichkeit bekannt. Dennoch blieb Wziontek auch danach vor allem durch ihre Arbeit und nicht durch eine klassische Medienkarriere präsent.
Martina Wziontek und Bettina Böttinger
Ein weiterer Grund für das öffentliche Interesse an Martina Wziontek ist ihre Beziehung zu Bettina Böttinger. Böttinger gehört zu den bekanntesten deutschen Fernsehjournalistinnen und Moderatorinnen. Sie moderierte unter anderem viele Jahre den „Kölner Treff“ im WDR.
Martina Wziontek und Bettina Böttinger sind seit 2016 miteinander verbunden. Medienberichte nennen den 4. Juli 2016 als Datum ihrer Eheschließung beziehungsweise eingetragenen Partnerschaft in Köln. Nach der Einführung der Ehe für alle wurde die Partnerschaft später in eine Ehe umgewandelt.
Böttinger unterstützt die Arbeit von Burundikids bereits seit den frühen Jahren des Vereins. Nach Angaben von Burundikids moderierte sie zahlreiche Veranstaltungen des Vereins unentgeltlich. 2012 reiste sie außerdem gemeinsam mit einem Kamerateam des Westdeutschen Rundfunks nach Burundi, um über die Projekte zu berichten.
Damit ist die Verbindung der beiden Frauen nicht nur privater Natur. Böttinger unterstützte auch Wzionteks humanitäres Engagement und trug dazu bei, die Arbeit von Burundikids einer größeren Öffentlichkeit vorzustellen.
Das 20-jährige Bestehen von Burundikids
2023 konnte Burundikids auf zwei Jahrzehnte Vereinsgeschichte zurückblicken. Für Martina Wziontek war dieses Jubiläum ein besonderer Moment. Aus einer Idee nach einer Reise nach Burundi war eine Organisation mit zahlreichen Projekten geworden.
Der Verein hatte inzwischen verschiedene Schulen und weitere Einrichtungen unterstützt. Auch neue Projekte wurden geplant. Dabei blieb die Zusammenarbeit mit der Fondation Stamm ein wesentlicher Bestandteil der Arbeit. Wziontek betonte, dass die lokalen Ansprechpartner für die Umsetzung der Projekte entscheidend seien.
Gleichzeitig dachte sie bereits an die Zukunft. Wziontek äußerte den Wunsch, dass jüngere Menschen nach und nach Verantwortung übernehmen und die Arbeit des Vereins weiterführen. Diese Frage der Nachfolge ist für langfristige Organisationen besonders wichtig.
Die Geschichte von Burundikids zeigt damit nicht nur, wie viel innerhalb von 20 Jahren aufgebaut werden kann. Sie zeigt auch, dass erfolgreiche Entwicklungsarbeit langfristig geplant und an die nächste Generation weitergegeben werden muss.
Martina Wziontek heute und ihr Vermächtnis
Martina Wziontek bleibt eng mit Burundikids verbunden. Der Verein veröffentlicht weiterhin regelmäßig Berichte über aktuelle Projekte in Burundi. Auch 2026 werden neue Entwicklungen aus den Bereichen Bildung, Gesundheit und Jugend auf den Vereinsseiten vorgestellt.
Damit ist ihr ursprüngliches Engagement auch Jahrzehnte nach der entscheidenden Reise von 2002 noch sichtbar. Was mit dem Wunsch begann, eine Schule zu bauen, entwickelte sich zu einer langfristigen Organisation mit mehreren Arbeitsbereichen.
Ihr Vermächtnis liegt deshalb nicht nur in einzelnen Gebäuden. Viel wichtiger sind die Strukturen, die durch Bildungsangebote, Jugendprojekte, Gesundheitsmaßnahmen und lokale Partnerschaften entstanden sind.
Auch die Zusammenarbeit mit prominenten Unterstützern hat dazu beigetragen, die Arbeit bekannter zu machen. Bettina Böttinger gehört zu den langjährigen Unterstützerinnen von Burundikids. Weitere bekannte Unterstützerinnen sind unter anderem die Schauspielerin Ulrike Folkerts, die Moderatorin Anne Will und die Fotografin Ursula Meissner.
Wzionteks Lebensweg zeigt damit, wie aus einem persönlichen Erlebnis ein langfristiges gesellschaftliches Engagement entstehen kann. Ihre Geschichte verbindet Architektur, internationale Zusammenarbeit und humanitäre Verantwortung.
Fazit
Martina Wziontek ist eine deutsche Architektin, die vor allem durch die Gründung von Burundikids e.V. bekannt wurde. Ihr Engagement begann mit einer Reise nach Burundi im Jahr 2002, bei der sie die schwierigen Lebensbedingungen vieler Menschen kennenlernte und Verena Stamm begegnete. Diese Begegnung führte 2003 zur Gründung von Burundikids.
Seitdem konzentriert sich die Organisation auf Bildung, Gesundheit, Kinderschutz, Frauenrechte, die Förderung von Mädchen und jungen Frauen sowie die Unterstützung von Selbstständigkeit. Durch die Zusammenarbeit mit der Fondation Stamm entstanden zahlreiche Projekte vor Ort.
Besonders bemerkenswert ist die Verbindung von Wzionteks Beruf als Architektin mit ihrer humanitären Arbeit. Schulen und Jugendzentren sind nicht nur konkrete Bauprojekte, sondern langfristige Orte für Bildung und persönliche Entwicklung. Das Jugendzentrum in Gitega ist ein gutes Beispiel dafür.
2021 erhielt Wziontek für ihr langjähriges Engagement das Bundesverdienstkreuz. Die Auszeichnung würdigte nicht nur ihre persönliche Leistung, sondern auch die Arbeit des gesamten Burundikids-Teams
Auch durch ihre Ehe mit Bettina Böttinger steht Martina Wziontek gelegentlich im öffentlichen Interesse. Böttinger unterstützt Burundikids seit vielen Jahren und hat selbst über die Arbeit des Vereins berichtet.
Martina Wzionteks Lebensgeschichte ist letztlich die Geschichte einer Architektin, die ihre beruflichen Fähigkeiten mit sozialer Verantwortung verbunden hat. Aus einer Reise entstand eine Idee, aus der Idee ein Verein und aus dem Verein ein langfristiges Engagement. Gerade diese Verbindung aus persönlicher Initiative, lokaler Zusammenarbeit und nachhaltiger Entwicklung macht ihre Arbeit bemerkenswert.

