Einleitung
Emilia Pieske gehört zu jener Generation deutscher Schauspielerinnen, die bereits als Kind vor der Kamera standen und sich Schritt für Schritt in anspruchsvollere Film- und Fernsehrollen entwickelten. Sie wurde 2005 in Leipzig geboren und begann ihre Schauspielkarriere schon in jungen Jahren. Heute ist sie vor allem durch ihre Rolle als Helene May in der erfolgreichen Filmreihe „Die Schule der magischen Tiere“ bekannt. Darüber hinaus war sie in bekannten Produktionen wie „Deutschland 86“, „Deutschland 89“, „Totenfrau“ und „Inventing Anna“ zu sehen.
Einige Angaben, die über Emilia Pieske im Internet kursieren, sind allerdings nicht korrekt. So wird ihr Geburtsdatum teilweise mit dem 1. Januar 2005 angegeben. Filmportal.de führt dagegen den 10. Dezember 2005 als Geburtsdatum und Leipzig als Geburtsort. Auch ihr Schauspieldebüt wird in verlässlichen Filmquellen nicht mit 2011, sondern mit dem Fernsehfilm „Frühling für Anfänger“ aus dem Jahr 2012 verbunden.
Frühe Jahre und Beginn der Schauspielkarriere
Emilia Pieske wuchs in Deutschland auf und kam schon als Kind mit der Schauspielwelt in Kontakt. Ihr Einstieg war kein später Karriereschritt, sondern begann bereits in einer Lebensphase, in der viele Kinder noch weit entfernt von einer professionellen Tätigkeit vor der Kamera sind. Ihr erstes bekanntes Engagement hatte sie in „Frühling für Anfänger“, einem deutschen Fernsehfilm.
Danach folgten weitere kleinere Rollen in deutschen Fernsehproduktionen. Filmportal.de nennt unter anderem Auftritte in „Familie Dr. Kleist“, „In aller Freundschaft“ und „Die Seelen im Feuer“. Diese frühen Arbeiten waren für ihre Entwicklung wichtig, weil sie dadurch Erfahrungen mit unterschiedlichen Regisseuren, Schauspielkollegen und Produktionsbedingungen sammeln konnte.
Schon in dieser frühen Phase zeigte sich, dass Pieske nicht ausschließlich auf eine bestimmte Art von Rolle festgelegt war. Sie arbeitete sowohl für Fernsehfilme als auch für Kinoproduktionen und konnte dadurch verschiedene Formen des Schauspielens kennenlernen.
Emilia Pieske in „Eltern“
Einen frühen wichtigen Kinomoment erlebte Emilia Pieske mit der Tragikomödie „Eltern“ aus dem Jahr 2013. Unter der Regie von Robert Thalheim spielte sie Emma und stand unter anderem gemeinsam mit Charly Hübner und Christiane Paul vor der Kamera. Die Rolle war für eine junge Schauspielerin besonders interessant, weil sie nicht einfach nur als Hintergrundfigur angelegt war.
„Eltern“ verband humorvolle und alltägliche Situationen mit Fragen rund um Familie, Arbeit und die Herausforderungen des modernen Familienlebens. Für Pieske bedeutete die Produktion eine weitere Gelegenheit, in einem professionellen Kinoumfeld zu arbeiten.
Ihre frühen Rollen zeigen außerdem, wie schnell sich ihre Filmografie entwickelte. Innerhalb weniger Jahre war sie in verschiedenen deutschen Produktionen zu sehen und sammelte Erfahrungen, die später bei anspruchsvolleren Projekten hilfreich waren.
Die Rolle in „24 Wochen“
Ein weiterer bedeutender Schritt folgte 2016 mit dem Drama „24 Wochen“ von Anne Zohra Berrached. Emilia Pieske spielte Nele, die Tochter der von Julia Jentsch und Bjarne Mädel dargestellten Hauptfiguren. Der Film beschäftigte sich mit einer emotional und gesellschaftlich schwierigen Entscheidung und wurde bei der Berlinale im internationalen Wettbewerb gezeigt.
„24 Wochen“ unterschied sich deutlich von leichteren Familien- und Kinderproduktionen. Der Film verband fiktionale Handlung mit dokumentarischen Elementen. Während die Familie von Schauspielern dargestellt wurde, wirkten unter anderem Ärzte und andere Beteiligte teilweise als sie selbst mit. Dadurch entstand eine besondere Form von Realismus.
Für Pieske war diese Produktion ein wichtiger Bestandteil ihrer Entwicklung als Schauspielerin. Sie arbeitete in einem Film, der sich nicht an ein junges Publikum richtete, sondern ein komplexes Thema auf ernsthafte Weise behandelte.
Fernsehen und „Deutschland 86“ und „Deutschland 89“
Emilia Pieske wurde später einem noch größeren Publikum durch die Serie „Deutschland“ bekannt. In „Deutschland 86“ und „Deutschland 89“ spielte sie Sandra Fischer. Die beiden Staffeln gehörten zu einer international ausgerichteten deutschen Spionageserie, die die Zeit des Kalten Krieges aus unterschiedlichen Perspektiven erzählte. Pieske war in „Deutschland 86“ in neun Episoden und in „Deutschland 89“ in zwei Episoden zu sehen.
Diese Rolle war ein wichtiger Schritt, weil sie mit einer umfangreicheren Serienproduktion verbunden war. Statt nur in einzelnen Episoden aufzutreten, konnte Pieske eine Figur über einen längeren Handlungsbogen entwickeln.
Die Serie zeigte außerdem, dass sie nicht nur für Kinder- oder Familienproduktionen eingesetzt wurde. Ihre Arbeit in „Deutschland“ führte sie in ein deutlich erwachseneres Genre und erweiterte ihr berufliches Profil.
Helene May in „Die Schule der magischen Tiere“
Für viele Zuschauer ist Emilia Pieske heute vor allem mit Helene May aus „Die Schule der magischen Tiere“ verbunden. Die Filmreihe basiert auf den erfolgreichen Kinder- und Jugendbüchern von Margit Auer. Pieske gehört zu den zentralen jungen Darstellerinnen und verkörpert Helene May.
Der erste Film kam 2021 in die deutschen Kinos. Die Produktion entwickelte sich zu einem großen Erfolg und erreichte rund 1,7 Millionen Zuschauer. Damit war „Die Schule der magischen Tiere“ der erfolgreichste deutsche Kinofilm des Jahres.
Pieskes Figur Helene ist selbstbewusst, auffällig und teilweise etwas überheblich. Gerade diese Eigenschaften geben der Rolle eine besondere Dynamik innerhalb der Schulklasse. Pieske selbst erklärte gegenüber der offiziellen Filmseite, dass sie die Bücher mochte und es ihr Spaß machte, beim Dreh „mal so richtig zickig“ sein zu dürfen.
Sie spielte Helene auch in „Die Schule der magischen Tiere 2“, „Die Schule der magischen Tiere 3“ und „Die Schule der magischen Tiere 4“. Der vierte Teil erschien 2025. Damit wurde die Figur zu einer der bekanntesten Rollen ihrer bisherigen Karriere.
Internationale Aufmerksamkeit mit „Inventing Anna“
Ein besonders interessanter Schritt in Emilia Pieskes Karriere war ihr Auftritt in der Netflix-Serie „Inventing Anna“. In der achten Episode spielte sie Anna Sorokin in jungen Jahren. Die erwachsene Anna wurde in der Serie von Julia Garner dargestellt. Pieskes Aufgabe bestand darin, eine jüngere Version der zentralen Figur zu verkörpern.
„Inventing Anna“ war eine internationale Produktion und gab Pieske die Möglichkeit, außerhalb des klassischen deutschen Fernseh- und Kinoumfelds sichtbar zu werden. Ihre Beteiligung war zwar auf eine Episode begrenzt, dennoch war die Rolle für ihre internationale Filmografie bemerkenswert.
Gerade für eine Schauspielerin, die schon als Kind in deutschen Produktionen begonnen hatte, zeigte diese Arbeit, dass ihre Karriere nicht ausschließlich auf deutschsprachige Kinder- und Jugendfilme beschränkt war.
„Totenfrau“ und weitere moderne Rollen
2022 war Pieske außerdem in der österreichisch-deutschen Thrillerserie „Totenfrau“ zu sehen. Sie spielte Nela Thaler und arbeitete dabei erneut mit Anna Maria Mühe zusammen. Die Serie basiert auf dem gleichnamigen Roman von Bernhard Aichner und verbindet Krimielemente mit einer düsteren Familiengeschichte. Pieske war in der Serie über mehrere Episoden hinweg zu sehen.
Ihre Filmografie zeigt damit eine bemerkenswerte Bandbreite. Neben Kinderfilmen gehören gesellschaftliche Dramen, historische Stoffe, Krimiserien, Thriller und internationale Streamingproduktionen zu ihren bisherigen Arbeiten.
Auch nach dem Erfolg von „Die Schule der magischen Tiere“ blieb Pieske aktiv. In ihrem aktuellen Schauspielprofil werden unter anderem „Die Schule der magischen Tiere 4“, „Totenfrau 2“ und „SOKO Leipzig“ genannt. Für 2026 ist außerdem der Kurzfilm „Zehn Tage“ mit Pieske als Paulina aufgeführt.
Persönliches und schauspielerische Entwicklung
Emilia Pieske gehört zu einer Familie, in der mehrere Schauspielerinnen tätig sind. Ihre jüngere Schwester Helena Pieske arbeitet ebenfalls als Schauspielerin. Außerdem ist Elisa Schlott ihre ältere Halbschwester und ebenfalls in deutschen Film- und Fernsehproduktionen aktiv.
Diese familiäre Verbindung zur Schauspielwelt bedeutet jedoch nicht, dass Pieskes eigener Weg ausschließlich durch ihre Familie bestimmt wurde. Ihre Filmografie zeigt vielmehr eine kontinuierliche Entwicklung über viele Jahre hinweg. Sie begann mit Kinderrollen, arbeitete anschließend in anspruchsvolleren Filmen und Serien und übernahm später größere wiederkehrende Rollen.
Laut ihrem professionellen Schauspielprofil spricht Pieske neben Deutsch auch Englisch, Französisch und weitere Sprachen. Außerdem werden unter anderem Tanzen, Reiten, Klettern und Skifahren als Fähigkeiten genannt. Ihr Profil zeigt damit eine vielseitige Ausbildung und ein breites Spektrum an Interessen, die für unterschiedliche Rollen nützlich sein können.
Fazit
Emilia Pieske hat sich seit ihren ersten Auftritten als Kind zu einer vielseitigen deutschen Schauspielerin entwickelt. Ihre Karriere umfasst inzwischen zahlreiche Fernseh- und Kinoproduktionen und reicht von Familienfilmen über anspruchsvolle Dramen bis hin zu internationalen Streamingserien.
Besonders prägend waren ihre Rollen in „Eltern“, „24 Wochen“, „Deutschland 86“, „Deutschland 89“, „Totenfrau“ und „Inventing Anna“. Die größte Bekanntheit beim jungen Kinopublikum erreichte sie jedoch als Helene May in „Die Schule der magischen Tiere“. Durch mehrere Teile der erfolgreichen Reihe konnte sie eine Figur über Jahre hinweg begleiten und weiterentwickeln.
Interessant ist vor allem die Entwicklung von der Kinderdarstellerin zur jungen erwachsenen Schauspielerin. Ihre bisherigen Projekte zeigen, dass sie unterschiedliche Genres ausprobieren kann und sich nicht auf eine einzige Art von Rolle festlegen lässt. Mit neuen Film- und Serienprojekten wie „Totenfrau 2“, „SOKO Leipzig“ und „Zehn Tage“ setzt sie diesen Weg fort.
Damit bleibt Emilia Pieske eine interessante junge Stimme der deutschen Film- und Fernsehlandschaft. Ihre frühe Erfahrung, ihre vielseitige Filmografie und ihre zunehmende Präsenz in größeren Produktionen bilden eine gute Grundlage für die nächsten Jahre ihrer Schauspielkarriere.

