Einleitung
Suzy Hunt, die mit bürgerlichem Namen Susan Miller heißt und um 1949 geboren wurde, gehört zu den interessanten Persönlichkeiten der britischen Popkultur der 1970er-Jahre. Sie arbeitete als Model, Tänzerin und später als Choreografin und bewegte sich in einer Zeit, in der Mode, Film, Motorsport und internationale Prominenz eng miteinander verbunden waren. Besonders bekannt wurde sie durch ihre Ehen mit dem britischen Formel-1-Weltmeister James Hunt und dem walisischen Schauspielstar Richard Burton.
Ihr eigenes Berufsleben geriet durch diese berühmten Beziehungen teilweise in den Hintergrund. Dennoch hatte Suzy Hunt bereits vor ihrer ersten Ehe eine erfolgreiche Karriere als Model aufgebaut und arbeitete später auch im Film- und Tanzbereich. Ihre Geschichte wurde Jahrzehnte später durch Ron Howards Formel-1-Film Rush – Alles für den Sieg erneut einem großen Publikum bekannt. In dem Film wurde sie von der US-amerikanischen Schauspielerin Olivia Wilde dargestellt.
Die Biografie von Suzy Hunt ist deshalb nicht nur eine Geschichte über berühmte Ehemänner. Sie erzählt auch von einer Frau, die sich in der Mode- und Unterhaltungswelt bewegte, früh internationale Aufmerksamkeit erhielt und später weitgehend aus dem Rampenlicht verschwand.
Suzy Hunts frühes Leben und ihre Herkunft
Suzy Hunt wurde als Susan Miller geboren und wuchs nach den verfügbaren biografischen Angaben in Südrhodesien auf, dem heutigen Simbabwe. Sie wuchs gemeinsam mit ihren Eltern, einer Zwillingsschwester und einem Bruder auf. Später zog sie nach Großbritannien, wo sie ihre berufliche Zukunft als Model aufbaute.
Bereits mit Mitte zwanzig war sie in Großbritannien ein erfolgreiches Model. Die Modebranche der 1970er-Jahre bot jungen Frauen mit internationalem Aussehen und entsprechender Bühnenpräsenz zahlreiche Möglichkeiten. Hunt gehörte zu den Models, die auch außerhalb klassischer Modeaufträge Aufmerksamkeit erhielten.
Ihre Karriere war dabei eng mit dem gesellschaftlichen Leben der damaligen Zeit verbunden. Models begegneten bei Veranstaltungen, Reisen und gesellschaftlichen Anlässen Schauspielern, Sportlern und anderen bekannten Persönlichkeiten. Genau in diesem Umfeld lernte Hunt später auch James Hunt kennen.
Neben dem Modeln interessierte sie sich für Tanz und entwickelte später eine berufliche Tätigkeit als Tänzerin und Choreografin. Ihre Arbeit in der Unterhaltungsbranche zeigt, dass sie nicht ausschließlich durch ihre Beziehungen zu bekannten Männern bekannt wurde.
Die Begegnung mit James Hunt
1974 lernte Suzy Miller den Formel-1-Fahrer James Hunt in Spanien kennen. Hunt war zu diesem Zeitpunkt bereits ein auffälliger und charismatischer Motorsportler, der für seinen aggressiven Fahrstil und seine außergewöhnliche Persönlichkeit bekannt war. Nach Berichten über die Beziehung machte er ihr bereits wenige Wochen nach dem Kennenlernen einen Heiratsantrag.
Das Paar heiratete am 18. Oktober 1974 in der Brompton Oratory in Knightsbridge. Ihre Ehe fiel in eine besonders aufregende Phase von Hunts Karriere. Die Formel 1 war damals eine gefährliche Sportart, und Hunt entwickelte sich zunehmend zu einer internationalen Berühmtheit.
Das öffentliche Bild des Rennfahrers passte gut zum glamourösen Lebensstil der 1970er-Jahre. Hunt war schnell, risikofreudig und galt als ausgesprochen charismatisch. Seine Ehe mit dem erfolgreichen Model Suzy Miller verstärkte das Bild eines glamourösen Prominentenpaares.
Die beiden verbrachten ihre Flitterwochen in Antigua und lebten anschließend zeitweise in Spanien. Doch hinter der öffentlichen Fassade entstanden zunehmend Probleme. Die Ehe sollte nur etwa anderthalb Jahre dauern.
Warum die Ehe mit James Hunt zerbrach
James Hunt führte ein Leben, das stark von Motorsport, Reisen und gesellschaftlichen Aktivitäten geprägt war. Seine Persönlichkeit war nicht einfach mit einem ruhigen Familienleben vereinbar. Biografische Darstellungen beschreiben ihn als jemanden, der häufig untreu war und einen ausgesprochen ausschweifenden Lebensstil führte.
Für Suzy Hunt wurde die Situation zunehmend schwierig. Spätere Darstellungen ihrer Ehe zeichnen das Bild einer Beziehung, in der die beiden unterschiedliche Vorstellungen von ihrem gemeinsamen Leben hatten.
Hunts berufliche Karriere nahm gleichzeitig immer mehr Raum ein. Die Formel 1 verlangte Reisen durch Europa und andere Teile der Welt. Rennen, Training und gesellschaftliche Verpflichtungen bestimmten einen großen Teil seines Lebens.
Ende 1975 war die Ehe praktisch gescheitert. In genau dieser Phase kam es zu jener Begegnung, die Suzy Hunts Leben erneut grundlegend verändern sollte: Sie traf den Schauspieler Richard Burton.
Die Begegnung mit Richard Burton in Gstaad
Richard Burton war zu diesem Zeitpunkt bereits einer der berühmtesten Schauspieler der Welt. Seine turbulente Beziehung zu Elizabeth Taylor hatte ihn regelmäßig in die Schlagzeilen gebracht. Burton und Taylor hatten 1964 geheiratet, sich 1974 scheiden lassen, 1975 erneut geheiratet und standen 1976 wieder vor dem Ende ihrer Ehe.
Suzy Hunt begegnete Burton Ende 1975 im Schweizer Wintersportort Gstaad. Die Geschichte dieser Begegnung wurde später zu einer der bekanntesten Episoden ihrer Biografie. Einer viel zitierten Darstellung zufolge sah Burton sie, als beide auf einem Skilift in entgegengesetzte Richtungen fuhren.
Burton war damals 50 Jahre alt, während Suzy ungefähr 26 Jahre alt war. Die Begegnung entwickelte sich schnell zu einer romantischen Beziehung. Burton trennte sich von Elizabeth Taylor, während Suzy weiterhin mit James Hunt verheiratet war.
Damit entstand eine außergewöhnliche Situation, in der zwei prominente Ehen nahezu gleichzeitig zerbrachen. Die internationale Presse verfolgte die Ereignisse aufmerksam, weil sowohl Burton als auch Hunt bereits große Namen waren.
Die berühmte Scheidung und die angebliche Millionenzahlung
Die Scheidung von Suzy und James Hunt wurde später durch eine besonders spektakuläre Geschichte bekannt. Verschiedene Berichte behaupten, Richard Burton habe James Hunt eine Million US-Dollar gezahlt, damit die Scheidung schnell geregelt werden konnte. Diese Geschichte wurde über Jahrzehnte immer wieder erzählt.
Die genaue Darstellung der Zahlung ist allerdings nicht durchgängig mit unabhängigen Primärquellen belegt. Deshalb sollte die häufig wiederholte Bezeichnung als „Millionen-Dollar-Scheidung“ mit einer gewissen Vorsicht betrachtet werden.
Fest steht, dass die Scheidung von James Hunt und Suzy Miller 1976 abgeschlossen wurde. Zeitgenössische und spätere Berichte nennen Haiti als Ort, an dem die Scheidung formalisiert wurde. Auch die Burton-Taylor-Scheidung wurde zu dieser Zeit dort abgeschlossen.
James Hunt selbst stand zu diesem Zeitpunkt vor einem entscheidenden Jahr seiner Motorsportkarriere. 1976 sollte er mit McLaren Weltmeister werden. Während sein Privatleben eine große Veränderung erlebte, erreichte seine sportliche Laufbahn gleichzeitig ihren Höhepunkt.
Die Hochzeit mit Richard Burton
Nach den abgeschlossenen Scheidungen heirateten Suzy Hunt und Richard Burton am 21. August 1976 in Arlington im US-Bundesstaat Virginia. Burton war zu diesem Zeitpunkt gerade aus seiner zweiten Ehe mit Elizabeth Taylor geschieden.
Für Burton begann damit eine neue Lebensphase. Das National Museum Wales bezeichnet 1976 als ein Jahr neuer Anfänge in seinem Leben. Neben der Hochzeit mit Suzy kehrte er mit Equus auf die Broadway-Bühne zurück.
Die Ehe zwischen Burton und Suzy Hunt dauerte ungefähr sechs Jahre. Während dieser Zeit arbeitete Burton weiterhin intensiv als Schauspieler. Zu den bekannten Produktionen dieser Phase gehörten unter anderem Equus und The Wild Geese.
Suzy befand sich damit erneut mitten in der internationalen Filmwelt. Sie war nicht nur die Ehefrau eines berühmten Schauspielers, sondern bewegte sich selbst seit Jahren in der Unterhaltungsbranche.
Suzy Hunt und Richard Burtons schwierige Ehejahre
Die Beziehung zwischen Suzy Hunt und Richard Burton war nicht frei von Problemen. Burton hatte bereits seit Jahren mit erheblichem Alkoholkonsum zu kämpfen. Seine früheren Beziehungen waren ebenfalls von persönlichen und gesundheitlichen Schwierigkeiten geprägt.
Das Dictionary of Welsh Biography beschreibt seinen Alkoholkonsum als einen wesentlichen Faktor für das Scheitern seiner Ehe mit Suzy. Gleichzeitig verschlechterte sich sein Gesundheitszustand nach Jahren des starken Alkoholkonsums.
Eine UPI-Biografie aus dem Jahr 1984 berichtete außerdem, dass Suzy Burton bei seinen Bemühungen unterstützt habe, seinen Lebensstil zu verändern und besser auf seine Gesundheit zu achten. Burton selbst äußerte sich positiv über ihre Unterstützung.
Trotz dieser Bemühungen hielt die Ehe nicht dauerhaft. 1982 endete die Beziehung durch Scheidung.
Nur kurze Zeit später heiratete Burton Sally Hay, die er während der Arbeit an Wagner kennengelernt hatte. Burton starb 1984 in der Schweiz.
Suzy Hunt als Model, Tänzerin und Choreografin
Bei der Betrachtung von Suzy Hunts Biografie wird häufig vergessen, dass sie selbst beruflich in der Unterhaltungsbranche tätig war. Sie war zunächst ein erfolgreiches Model und arbeitete außerdem als Tänzerin. Später wurde sie als Choreografin tätig.
Ihre berufliche Entwicklung ist deshalb bemerkenswert. Sie bewegte sich zunächst vor der Kamera und auf der Bühne und arbeitete später zunehmend hinter den Kulissen.
Darüber hinaus hatte sie einige kleinere Filmrollen. Zu den Produktionen, die mit ihr verbunden werden, gehören Twenty Nine aus dem Jahr 1969 und The Wild Geese von 1978.
Ihre Filmkarriere war zwar klein und erreichte nicht die Dimension der Laufbahn Richard Burtons, doch sie unterstreicht ihre eigene Verbindung zur Film- und Unterhaltungsindustrie.
Häufig wird Suzy Hunt außerdem mit einem Emmy Award für Choreografie in Verbindung gebracht. Für konkrete Angaben zu einer Emmy-Auszeichnung sind jedoch nur begrenzt verlässliche öffentlich zugängliche Primärquellen verfügbar. Deshalb sollten genaue Angaben zu Kategorie, Produktion und Jahr nicht ohne weitere Belege übernommen werden.
Suzy Hunt in dem Film Rush
Die Geschichte von Suzy Hunt erhielt 2013 eine neue Generation von Zuschauern, als Ron Howard den Spielfilm Rush – Alles für den Sieg veröffentlichte. Der Film konzentriert sich auf die berühmte Rivalität zwischen James Hunt und Niki Lauda während der Formel-1-Saison 1976.
Chris Hemsworth spielte James Hunt, Daniel Brühl verkörperte Niki Lauda und Olivia Wilde übernahm die Rolle von Suzy Miller.
Suzy ist im Film keine Hauptfigur, da der Schwerpunkt auf der sportlichen Rivalität zwischen Hunt und Lauda liegt. Trotzdem spielt ihre Beziehung zu James Hunt eine wichtige Rolle für die Darstellung von Hunts Privatleben.
Olivia Wilde erklärte in einem Interview, dass ihre Rolle ursprünglich noch kleiner angelegt war. Einige Szenen wurden im Laufe der Entwicklung des Films verändert, um die Geschichte besser in den dramaturgischen Ablauf einzubauen.
Wie bei vielen Filmen über reale Personen darf Rush allerdings nicht als vollständige Dokumentation betrachtet werden. Der Film verdichtet Ereignisse und verändert teilweise Abläufe, um eine spannende Geschichte zu erzählen.
Suzy Hunts Leben nach den berühmten Ehen
Nach ihrer Scheidung von Richard Burton zog sich Suzy Hunt weitgehend aus dem internationalen Rampenlicht zurück. Anders als Burton blieb sie nicht dauerhaft im Mittelpunkt der Medien.
Später heiratete sie den amerikanischen Immobilienentwickler Jack Cawood. In den verfügbaren biografischen Darstellungen wird berichtet, dass sie mit ihm in den Vereinigten Staaten lebte.
Über ihr späteres Leben sind deutlich weniger Informationen öffentlich dokumentiert. Diese Zurückhaltung ist ein wichtiger Teil ihrer heutigen Biografie.
Während ihre Namen in den 1970er-Jahren regelmäßig in Zeitungen und Magazinen erschienen, wurde ihr späteres Leben wesentlich privater. Dadurch existieren heute keine ähnlich umfangreichen öffentlichen Informationen über ihre persönlichen Aktivitäten wie aus ihrer Zeit mit James Hunt und Richard Burton.
Gerade diese Entwicklung macht ihre Geschichte interessant. Sie zeigt, dass eine Person, die zeitweise zu den bekanntesten Gesichtern der internationalen Prominenz gehört, später bewusst ein ruhigeres Leben führen kann.
Das Vermächtnis von Suzy Hunt
Suzy Hunt bleibt vor allem durch ihre Verbindung zu zwei außergewöhnlichen Männern in Erinnerung. James Hunt war Formel-1-Weltmeister und eine der schillerndsten Figuren des Motorsports. Richard Burton gehörte zu den bedeutendsten britischen Schauspielern des 20. Jahrhunderts.
Doch Suzy selbst hatte ebenfalls eine berufliche Identität. Sie war Model, Tänzerin und Choreografin und hatte kleinere Auftritte im Film. Ihre Karriere entstand unabhängig von ihren späteren Ehen und führte sie in unterschiedliche Bereiche der Unterhaltungsbranche.
Die Darstellung durch Olivia Wilde in Rush sorgte schließlich dafür, dass ihr Name auch Jahrzehnte nach den Ereignissen der 1970er-Jahre wieder Aufmerksamkeit erhielt.
Dabei sollte zwischen der realen Suzy Hunt und ihrer filmischen Darstellung unterschieden werden. Hollywoodfilme konzentrieren sich auf dramatische Aspekte eines Lebens und können Ereignisse vereinfachen oder verändern.
Fazit
Suzy Hunt, geboren als Susan Miller, führte ein ungewöhnliches und vielseitiges Leben. Sie wurde um 1949 geboren, wuchs in Südrhodesien auf und machte sich später in Großbritannien als Model einen Namen. Zusätzlich arbeitete sie als Tänzerin und Choreografin und hatte kleinere Rollen in Filmproduktionen.
Ihre erste Ehe mit Formel-1-Star James Hunt begann 1974 und endete 1976. Kurz danach heiratete sie den Schauspieler Richard Burton. Diese Beziehung machte sie endgültig zu einer internationalen Prominentenfigur. Die Ehe mit Burton dauerte etwa sechs Jahre und endete 1982.
Besonders spektakulär blieb die Geschichte ihrer Scheidung von James Hunt und der häufig erzählten Millionenzahlung, die Richard Burton angeblich für die Scheidungsvereinbarung leistete. Da die Details dieser Geschichte nicht überall gleich zuverlässig dokumentiert sind, sollte sie eher als Teil der zeitgenössischen Prominentenerzählung betrachtet werden.
Durch Ron Howards Rush wurde Suzy Hunt 2013 erneut einem internationalen Publikum vorgestellt. Olivia Wilde spielte ihre Rolle in dem Film über die berühmte Rivalität zwischen James Hunt und Niki Lauda.
Heute ist Suzy Hunt vor allem als ehemalige Ehefrau von James Hunt und Richard Burton bekannt. Dennoch verdient auch ihre eigene Laufbahn als Model, Tänzerin und Choreografin Beachtung. Ihre Geschichte verbindet Mode, Tanz, Motorsport, Hollywood und die außergewöhnliche Prominentenkultur der 1970er-Jahre auf eine Weise, die bis heute fasziniert.

