Einleitung
Petra Auer-Frey ist eine deutsche Schauspielerin, die seit mehr als vier Jahrzehnten auf der Bühne und vor der Fernsehkamera arbeitet. Unter ihrem Künstlernamen Petra Auer wurde sie vor allem durch bayerische Theaterproduktionen und beliebte Fernsehformate bekannt. Zu ihren bekannten Stationen gehören „Peter Steiners Theaterstadl“, „Zum Stanglwirt“, das „Chiemgauer Volkstheater“, der „Komödienstadel“ und „Die Rosenheim-Cops“. Ihr Schauspielprofil nennt mehr als 40 Jahre Bühnen- und Fernseherfahrung sowie über 60 Fernsehaufzeichnungen.
Doch ihre berufliche Geschichte umfasst weit mehr als Schauspielerei. Petra Auer-Frey engagiert sich seit vielen Jahren in der Hospizarbeit und begleitet schwerkranke Menschen auf ihrem letzten Lebensweg. Sie verbindet ihre Erfahrungen aus diesem Bereich mit Lesungen und Büchern und spricht dabei auch über ein Thema, das in der Gesellschaft häufig mit Angst und Schweigen verbunden wird. Dadurch hat sie sich neben ihrer Tätigkeit als Schauspielerin ein zweites, sehr persönliches Tätigkeitsfeld aufgebaut.
Frühes Leben und Weg zur Schauspielerei
Petra Auer-Frey wurde 1963 in München geboren und wuchs dort auf. Ihr bürgerlicher Name ist Petra Frey, während sie als Schauspielerin unter dem Namen Petra Auer bekannt wurde. Ihre Ausbildung im Schauspiel schloss sie 1981 über die Paritätische Prüfungskommission der GDBA und des Deutschen Bühnenvereins ab. Damit legte sie früh die professionelle Grundlage für ihre spätere Arbeit auf Bühne und Bildschirm.
Ihre beruflichen Anfänge führten sie zu Produktionen des Bayerischen Rundfunks sowie zu Arbeiten für weitere Fernsehsender. Besonders das bayerische Volkstheater wurde schnell zu einem wichtigen Bestandteil ihrer Laufbahn. Die Verbindung von Schauspiel, regionaler Sprache, Humor und typischen Alltagssituationen sollte ihre Karriere über Jahrzehnte begleiten.
Dabei entwickelte Auer eine Spielweise, die besonders gut zu komödiantischen und volkstümlichen Rollen passte. Gleichzeitig blieb sie nicht ausschließlich auf dieses Genre beschränkt. Ihre spätere Filmografie zeigt Auftritte in verschiedenen Fernsehserien und Theaterproduktionen.
Der Durchbruch mit Peter Steiners Theaterstadl
Eine der wichtigsten Stationen ihrer Karriere war „Peter Steiners Theaterstadl“. Zwischen 1990 und 1996 wirkte Petra Auer in zahlreichen Fernsehaufzeichnungen der erfolgreichen Theaterreihe mit. Eine biografische Quelle führt für diesen Zeitraum 49 aufgezeichnete Theaterstücke auf.
Die Sendung hatte für das bayerische Volkstheater eine besondere Bedeutung. Sie brachte traditionelle Theaterstücke aus Bayern in die Wohnzimmer eines großen deutschsprachigen Publikums. Für Schauspielerinnen und Schauspieler bedeutete eine regelmäßige Beteiligung an der Reihe eine große öffentliche Präsenz.
Petra Auer konnte dort ihre Erfahrung im komödiantischen Fach weiterentwickeln und unterschiedliche Charaktere darstellen. Die Arbeit an solchen Produktionen verlangte nicht nur schauspielerisches Talent, sondern auch ein gutes Gefühl für Timing, Sprache und Publikum.
Auch für ihr späteres Privatleben wurde diese Zeit wichtig. Dort lernte sie den Schauspieler Winfried Frey kennen, mit dem sie später verheiratet wurde.
„Zum Stanglwirt“ und weitere Fernsehproduktionen
Parallel zu ihrer Theaterarbeit wurde Petra Auer auch durch Fernsehserien einem breiteren Publikum bekannt. Besonders „Zum Stanglwirt“ gehört zu den Produktionen, die eng mit ihrem Namen verbunden sind. In der Serie spielte sie Silvie Stangl und war über einen längeren Zeitraum Teil des Ensembles. IMDb und andere Filmografien führen zahlreiche Episoden mit ihrer Beteiligung.
Später kamen weitere bekannte Produktionen hinzu. Dazu gehören unter anderem „Forsthaus Falkenau“, „München 7“, „Dahoam is Dahoam“, der „Komödienstadel“ und „Die Rosenheim-Cops“. Auch beim „Chiemgauer Volkstheater“ war sie in verschiedenen Stücken zu sehen.
Diese unterschiedlichen Engagements zeigen, dass Auer nicht ausschließlich eine Theaterschauspielerin ist. Sie konnte ihre Bühnenarbeit immer wieder mit Fernsehrollen verbinden. Besonders bemerkenswert ist ihre lange Präsenz in Produktionen, die stark mit der bayerischen Kultur und Unterhaltung verbunden sind.
Das Chiemgauer Volkstheater und der Komödienstadel
Das „Chiemgauer Volkstheater“ bildet einen weiteren wichtigen Schwerpunkt ihrer Karriere. Dort übernahm Petra Auer verschiedene Rollen und arbeitete mit zahlreichen bekannten Schauspielern und Regisseuren aus der bayerischen Theaterlandschaft zusammen. Ihre Filmografie nennt unter anderem „Alibi-Bauernhof“, „Die turbulente Fahnenweihe“ und „Der Landgendarm“.
Auch der „Komödienstadel“ gehört zu ihren bekannten Arbeitsfeldern. Die traditionsreiche Reihe des Bayerischen Rundfunks verbindet Theateraufführungen mit Fernsehübertragungen und besitzt seit Jahrzehnten einen festen Platz in der bayerischen Fernsehgeschichte.
Petra Auer-Frey konnte sich in diesem Umfeld besonders gut entfalten. Ihre natürliche Bühnenpräsenz und ihr Gespür für humorvolle Figuren machten sie zu einer bekannten Darstellerin innerhalb des bayerischen Volkstheaters.
Dabei blieb sie auch nach ihren frühen Erfolgen aktiv. Ihr Schauspielprofil führt noch in den 2010er- und 2020er-Jahren verschiedene Theater- und Fernsehprojekte auf.
Auftritte bei „Die Rosenheim-Cops“ und „Dahoam is Dahoam“
Auch moderne bayerische Fernsehproduktionen gehören zu Petra Auers Laufbahn. Bei „Die Rosenheim-Cops“ übernahm sie verschiedene Gastrollen. Ihr Profil nennt unter anderem einen Auftritt aus dem Jahr 2023 als Sabine Steindl.
In „Dahoam is Dahoam“ war sie ebenfalls zu sehen. Dort spielte sie die Figur Hanna. Die Serie ist seit vielen Jahren ein wichtiger Bestandteil des bayerischen Fernsehens und verbindet Familiengeschichten mit regionalem Alltag.
Diese Rollen zeigen, dass Auer-Frey auch nach Jahrzehnten im Beruf regelmäßig vor der Kamera stand. Ihre Karriere ist daher nicht nur eine Rückschau auf vergangene Theatererfolge, sondern umfasst auch spätere Fernsehproduktionen.
Neben ihren Fernsehrollen blieb jedoch die Bühne weiterhin ein zentraler Bestandteil ihrer Arbeit. Gerade dort konnte sie ihre langjährige Erfahrung unmittelbar vor dem Publikum einsetzen.
Ehe mit Winfried Frey und gemeinsames Künstlerleben
Petra Auer-Frey ist mit dem Schauspieler, Autor und Regisseur Winfried Frey verheiratet. Die beiden lernten sich während ihrer gemeinsamen Arbeit im Umfeld des „Peter Steiners Theaterstadl“ kennen
Auch Winfried Frey ist eine bekannte Persönlichkeit des bayerischen Fernsehens und Theaters. Er war unter anderem in „München 7“, „Chiemgauer Volkstheater“ und weiteren Produktionen zu sehen. Neben seiner Arbeit als Schauspieler ist er als Autor und Regisseur tätig.
Das Ehepaar hat auch beruflich mehrfach zusammengearbeitet. Petra Auer wirkte beispielsweise bei Theaterprojekten mit, bei denen Winfried Frey als Regisseur tätig war. Ihre gemeinsame Verbindung von Privatleben und Kunst gehört damit zu einem wichtigen Teil ihrer Geschichte.
In einem Bericht über das Paar wurde außerdem erwähnt, dass sie Eltern von drei Kindern und Großeltern sind. Beide haben damit neben ihrer langjährigen künstlerischen Arbeit auch ein Familienleben aufgebaut.
Hospizarbeit als wichtiger Teil ihres Lebens
Eine besonders außergewöhnliche Seite von Petra Auer-Frey ist ihr Engagement in der Hospizarbeit. Seit vielen Jahren begleitet sie ehrenamtlich schwerkranke Menschen und Menschen am Lebensende. Nach Angaben der Süddeutschen Zeitung ist sie seit rund 15 Jahren als Hospizhelferin tätig und übernimmt zusätzlich organisatorische Aufgaben als Einsatzleiterin der Hospizhelfer auf einer Palliativstation in der Münchner Klinik Harlaching.
Für Auer-Frey ist diese Arbeit nicht einfach ein Nebenthema. Sie hat ihre Sicht auf das Leben und die Bedeutung der Gegenwart stark beeinflusst. In Gesprächen über ihre Hospizarbeit betont sie, dass Sterben nicht ausschließlich mit Trauer und Angst verbunden sein müsse. Auch Humor, Nähe und persönliche Begegnungen können in dieser Lebensphase eine wichtige Rolle spielen.
Der Weg zur Hospizarbeit wurde unter anderem durch die Erfahrung mit ihrer eigenen Mutter geprägt. Nach dieser persönlichen Begegnung mit Sterbebegleitung ließ sie sich zur ehrenamtlichen Hospizhelferin ausbilden.
Damit entstand neben ihrer Schauspielkarriere eine Aufgabe, die viel Empathie und menschliche Aufmerksamkeit erfordert.
Bücher, Lesungen und ein anderer Blick auf den Tod
Ihre Erfahrungen aus der Hospizarbeit verarbeitet Petra Auer-Frey auch literarisch. Zu ihren Büchern gehören „SterbeMund“ beziehungsweise „SterbeMund tut Wahrheit kund“ sowie „Lizenz zum Händchenhalten“. In ihren Lesungen geht es um persönliche Erlebnisse, Begegnungen mit Sterbenden und die oft überraschenden Seiten der Hospizarbeit.
Dabei verfolgt sie einen ungewöhnlichen Ansatz. Sie möchte nicht den Eindruck vermitteln, dass Hospizarbeit ausschließlich aus Trauer und schweren Momenten besteht. Stattdessen zeigt sie auch Situationen, in denen Menschen lachen, scherzen oder sehr direkt über das Leben und den Tod sprechen.
Diese Perspektive hat auch bei öffentlichen Lesungen Aufmerksamkeit gefunden. Im Februar 2026 wurde beispielsweise über eine Veranstaltung in Bad Mergentheim berichtet, bei der Petra Frey aus „SterbeMund tut Wahrheit kund“ las. Die Veranstaltung verband nach Angaben des Hospizdienstes ernste Gedanken mit humorvollen Geschichten.
Ihre Bücher und Lesungen erfüllen damit eine wichtige Aufgabe: Sie können helfen, das Thema Sterben aus der Tabuzone zu holen und Gespräche über das Lebensende leichter möglich zu machen.
Aktuelle Bedeutung und Vermächtnis
Petra Auer-Frey steht heute für zwei sehr unterschiedliche, aber miteinander verbundene Bereiche. Einerseits ist sie eine erfahrene Schauspielerin, die über Jahrzehnte hinweg das bayerische Volkstheater und Fernsehen geprägt hat. Andererseits engagiert sie sich intensiv für die Hospizarbeit und macht öffentlich auf die Bedeutung menschlicher Begleitung am Lebensende aufmerksam.
Ihre berufliche Laufbahn zeigt dabei eine bemerkenswerte Beständigkeit. Von den frühen Theaterproduktionen über „Peter Steiners Theaterstadl“ und „Zum Stanglwirt“ bis zu „Die Rosenheim-Cops“ und „Dahoam is Dahoam“ war sie in zahlreichen bekannten Produktionen vertreten.
Gleichzeitig hat sie ihr Tätigkeitsfeld erweitert. Ihre Arbeit als Autorin und Hospizbegleiterin gibt ihr die Möglichkeit, persönliche Erfahrungen weiterzugeben und Menschen zu einem offenen Umgang mit dem Tod zu ermutigen.
Gerade diese Verbindung macht ihre Geschichte besonders. Petra Auer-Frey steht nicht nur für Unterhaltung und Theater, sondern auch für Menschlichkeit, gesellschaftliches Engagement und einen bewussteren Blick auf die letzte Lebensphase.
Fazit
Petra Auer-Frey hat sich über mehr als vier Jahrzehnte einen festen Platz in der deutschen und besonders in der bayerischen Theater- und Fernsehlandschaft erarbeitet. Als Petra Auer wurde sie durch „Peter Steiners Theaterstadl“, „Zum Stanglwirt“, das „Chiemgauer Volkstheater“, den „Komödienstadel“ und zahlreiche weitere Produktionen bekannt.
Ihre Karriere zeigt, wie dauerhaft eine Schauspielerin mit Bühnenpräsenz, Humor und Vielseitigkeit erfolgreich sein kann. Gleichzeitig ist ihre Geschichte nicht auf Film und Fernsehen beschränkt. Die langjährige Zusammenarbeit mit ihrem Ehemann Winfried Frey sowie ihre zahlreichen Theaterprojekte gehören ebenfalls zu ihrem künstlerischen Weg.
Besonders beeindruckend ist jedoch ihr Engagement als Hospizbegleiterin. Seit vielen Jahren begleitet sie Menschen am Lebensende und setzt sich dafür ein, offen und menschlich über Sterben und Tod zu sprechen. Mit ihren Büchern und Lesungen gibt sie diesen Erfahrungen eine öffentliche Stimme.
Petra Auer-Frey verbindet damit zwei scheinbar sehr unterschiedliche Welten: die unterhaltende Kraft des Theaters und die stille, persönliche Arbeit der Sterbebegleitung. Gerade diese Verbindung macht ihre Biografie außergewöhnlich und zeigt, dass eine lange Künstlerkarriere auch Raum für gesellschaftliches Engagement und persönliche Verantwortung bieten kann.

