Einleitung
Margot Ebert gehört zu den prägenden Persönlichkeiten des frühen DDR-Fernsehens. Als Schauspielerin, Moderatorin, Tänzerin, Entertainerin und Schriftstellerin war sie über viele Jahrzehnte in verschiedenen Bereichen der Unterhaltung tätig. Besonders eng verbunden ist ihr Name mit der beliebten Weihnachtssendung „Zwischen Frühstück und Gänsebraten“, die sie gemeinsam mit Heinz Quermann von 1957 bis 1991 präsentierte. Für zahlreiche Zuschauer wurde die Sendung zu einem festen Bestandteil des Weihnachtsfestes.
Doch Margot Ebert war nicht nur eine Fernsehmoderatorin. Sie gehörte bereits zu den ersten Gesichtern des Deutschen Fernsehfunks und stand schon ab 1952 vor den Kameras. Neben ihrer Tätigkeit als Ansagerin und Moderatorin arbeitete sie als Schauspielerin und wirkte in mehr als 30 Film- und Fernsehproduktionen mit. Später widmete sie sich der Schriftstellerei und Malerei. Ihr Lebensweg verbindet damit die frühe Geschichte des Fernsehens mit Theater, Unterhaltung und Literatur.
Kindheit und frühe Jahre von Margot Ebert
Margot Elisabeth Ebert wurde am 8. Juni 1926 in Magdeburg geboren. Sie wuchs gemeinsam mit ihrer älteren Schwester in Hamburg auf. Schon früh entwickelte sie ein Interesse an der Bühne und an künstlerischen Ausdrucksformen. In Hamburg absolvierte sie eine Ausbildung zur Schauspielerin, Sängerin und Tänzerin. Diese vielseitige Ausbildung wurde später zu einer wichtigen Grundlage ihrer Karriere.
Ihre ersten Erfahrungen sammelte Ebert am Theater. Zu ihren frühen Engagements gehörte das Theater in Erfurt. Dort konnte sie praktische Bühnenerfahrung sammeln und verschiedene Rollen übernehmen. Ihr Repertoire war dabei nicht auf ein bestimmtes Genre beschränkt. Sie arbeitete sowohl mit klassischem Theater als auch mit musikalischen Produktionen.
Auch später blieb ihre Verbindung zur Bühne bestehen. Unter anderem trat sie an der Berliner Volksbühne auf und war in Produktionen wie „Ein Sommernachtstraum“ zu sehen. Ihre Ausbildung und ihre Bühnenerfahrung halfen ihr, sich später sicher vor der Fernsehkamera zu bewegen.
Der Beginn beim Deutschen Fernsehfunk
Ein entscheidender Moment in Margot Eberts Karriere kam 1952. In diesem Jahr wurde sie eine der ersten Sprecherinnen des neu gegründeten Deutschen Fernsehfunks, kurz DFF. Damit gehörte sie zu einer Generation von Künstlerinnen und Künstlern, die das Fernsehen in der DDR in seinen frühen Jahren mitprägten.
Das Fernsehen war damals noch ein vergleichsweise neues Medium. Programmansagerinnen hatten eine besondere Bedeutung, weil sie zwischen den einzelnen Sendungen direkt mit dem Publikum verbunden waren. Sie kündigten Programme an, gaben Informationen weiter und wurden dadurch selbst zu bekannten Gesichtern.
Ebert beschränkte sich jedoch nicht auf diese Aufgabe. Sie arbeitete gleichzeitig als Schauspielerin und übernahm verschiedene Aufgaben in Unterhaltungssendungen. Ihre Vielseitigkeit machte sie zu einer gefragten Persönlichkeit des DDR-Fernsehens.
Mit den Jahren wurde sie einem großen Publikum vertraut. Mehrfach wurde sie von den Zuschauern zum „Fernsehliebling“ gewählt. Damit entwickelte sie sich von einer frühen Ansagerin zu einer etablierten Fernsehpersönlichkeit.
Margot Ebert als Schauspielerin
Neben ihrer Tätigkeit als Moderatorin und Sprecherin spielte Margot Ebert zahlreiche Rollen in Film- und Fernsehproduktionen. Von 1955 bis 1989 wirkte sie in mehr als 30 Produktionen mit. Besonders häufig war sie in humorvollen Fernsehspielen und Lustspielen zu sehen.
Zu ihren bekannten Arbeiten gehören unter anderem „Der eingebildete Kranke“, „Guten Tag, lieber Tag“, „Der Pantoffelheld“, „Ein Hahn im Korb“ und „Mein Vater Alfons“. Auch bei „Ferienheim Bergkristall“ und „Tierparkgeschichten“ war sie beteiligt.
Ihre Ausbildung als Schauspielerin und Sängerin ermöglichte ihr, unterschiedliche Figuren glaubwürdig darzustellen. Besonders im komödiantischen Bereich konnte sie ihre Erfahrung als Entertainerin einsetzen.
Ihre Film- und Fernsehrollen ergänzten ihre Tätigkeit als Moderatorin. Für das Publikum war sie dadurch nicht nur die Frau, die Sendungen ankündigte oder Unterhaltungsshows präsentierte, sondern auch eine Schauspielerin, die in unterschiedlichen Geschichten und Rollen auftrat.
„Zwischen Frühstück und Gänsebraten“
Die größte Popularität erlangte Margot Ebert durch die Weihnachtsgala „Zwischen Frühstück und Gänsebraten“. Die Sendung wurde erstmals am 25. Dezember 1957 ausgestrahlt und entwickelte sich in den folgenden Jahrzehnten zu einer festen Tradition des DDR-Fernsehens.
Ebert moderierte die Sendung gemeinsam mit Heinz Quermann. Die beiden präsentierten Musik, Humor, Sketche und zahlreiche Künstler. Die Sendung lief traditionell am ersten Weihnachtsfeiertag und gehörte für viele Familien zum gemeinsamen Feiertagsprogramm.
Eine besondere Tradition war die Aufforderung, gegen Ende der Sendung schnell die Kartoffeln aufzusetzen. Dadurch konnten die Zuschauer ihr Weihnachtsessen vorbereiten und anschließend rechtzeitig zum Ende der Sendung wieder am Tisch sein. Diese kleine Besonderheit wurde zu einem der bekanntesten Elemente des Formats.
Die Sendung lief bis 1991. Margot Ebert war mit einer Ausnahme im Jahr 1984 über die gesamte lange Laufzeit als Moderatorin dabei. Mit der Abwicklung des Deutschen Fernsehfunks endete auch die traditionsreiche Sendung.
Bis heute werden teilweise historische Aufzeichnungen ausgestrahlt. Dadurch bleibt ein Teil von Eberts Arbeit für spätere Generationen sichtbar.
Die Zusammenarbeit mit Heinz Quermann
Die Verbindung zwischen Margot Ebert und Heinz Quermann gehört zu den bekanntesten Moderationspartnerschaften der DDR-Fernsehgeschichte. Über Jahrzehnte standen die beiden gemeinsam bei „Zwischen Frühstück und Gänsebraten“ vor der Kamera.
Quermann war ebenfalls eine zentrale Figur der DDR-Unterhaltung. Er arbeitete als Moderator, Autor und Entertainer und war an zahlreichen Radio- und Fernsehsendungen beteiligt. Seine Zusammenarbeit mit Ebert machte die Weihnachtsgala zu einem besonders vertrauten Format.
Für die Zuschauer wirkten die beiden Moderatoren wie ein eingespieltes Team. Ihre unterschiedlichen Persönlichkeiten ergänzten sich und verliehen der Sendung einen eigenen Charakter.
Hinter dieser langjährigen Zusammenarbeit standen allerdings nicht ausschließlich harmonische Momente. Im Jahr 1984 wurde die Sendung ohne Margot Ebert ausgestrahlt. Quellen führen dies auf einen persönlichen beziehungsweise beruflichen Konflikt zwischen Ebert und Quermann zurück.
Trotz dieses einzelnen Jahres blieb ihre gemeinsame Arbeit über Jahrzehnte eines der bekanntesten Beispiele für Unterhaltung im DDR-Fernsehen.
Ihre Rolle in „Maxe Baumann“
Eine weitere wichtige Station in Eberts Schauspielkarriere war die Lustspielreihe „Maxe Baumann“. Die Reihe wurde zwischen 1976 und 1987 ausgestrahlt und gehörte zu den beliebten humoristischen Produktionen des DDR-Fernsehens.
Im Mittelpunkt stand der von Gerd E. Schäfer gespielte Maxe Baumann. Margot Ebert verkörperte Waltraut, die selbstbewusste Ehefrau von Maxes Sohn Horst. Die Figur gehörte zu den wiederkehrenden Charakteren der Reihe.
„Maxe Baumann“ verband familiäre Situationen mit humorvollen Konflikten und alltäglichen Geschichten. Das Format passte damit sehr gut zu Eberts komödiantischem Talent.
Die Reihe wurde teilweise vor Publikum aufgezeichnet. Ihre Mischung aus Schauspiel, Humor und vertrauten Alltagssituationen trug dazu bei, dass die Figuren beim Publikum beliebt wurden. Für Ebert war die Rolle eine weitere Möglichkeit, ihre schauspielerische Seite neben ihrer bekannten Tätigkeit als Moderatorin zu zeigen.
Ehe und Privatleben
Margot Ebert war von 1947 bis zu seinem Tod 1994 mit dem Schauspieler Wilfried Ortmann verheiratet. Die Ehe blieb kinderlos. Das Paar lebte gemeinsam in Berlin.
Ebert hielt ihr Privatleben weitgehend aus der Öffentlichkeit heraus. Obwohl sie über Jahrzehnte regelmäßig im Fernsehen auftrat, stand nicht ihr persönliches Leben, sondern ihre künstlerische Arbeit im Mittelpunkt ihrer öffentlichen Wahrnehmung.
Nach dem Tod ihres Mannes veränderte sich ihr Leben. Gleichzeitig endete mit dem Jahr 1991 bereits die große Ära ihrer regelmäßigen Fernsehauftritte.
In ihren späteren Jahren lebte Ebert zurückgezogen in Berlin-Friedrichshagen. Sie konzentrierte sich zunehmend auf andere künstlerische Tätigkeiten und trat weniger öffentlich in Erscheinung.
Schriftstellerin und Malerin nach dem Fernsehen
Nach dem Ende ihrer aktiven Fernsehkarriere begann für Margot Ebert ein neuer Lebensabschnitt. Sie widmete sich verstärkt der Schriftstellerei und Malerei. Damit blieb sie auch nach ihrer Zeit vor der Kamera künstlerisch aktiv.
1991 veröffentlichte sie ihre Lebensgeschichte „Wo sind die Jahre geblieben?“. Das Buch gab ihr die Möglichkeit, persönliche Erinnerungen und Erfahrungen aus ihrem langen Leben festzuhalten. Später erschien „Eine Frau sieht in den Spiegel. Gereimtes u. Gemaltes“, in dem sich ihre schriftstellerische und bildnerische Arbeit miteinander verband.
Dieser Abschnitt ihres Lebens zeigt eine eher ruhige Seite der bekannten Fernsehpersönlichkeit. Nach Jahrzehnten im Rampenlicht fand Ebert neue Ausdrucksformen, bei denen sie nicht mehr von einem großen Fernsehpublikum abhängig war.
Die Malerei wurde dabei zu einer wichtigen Beschäftigung. Sie lebte zunehmend zurückgezogen und konzentrierte sich auf ihre persönliche und künstlerische Arbeit.
Die letzten Jahre und ihr Vermächtnis
Margot Ebert starb am 26. Juni 2009 in Berlin im Alter von 83 Jahren. Ihre letzten Lebensjahre waren von gesundheitlichen Problemen geprägt.
Ihr Tod markierte das Ende eines Lebens, das eng mit der Entwicklung des DDR-Fernsehens verbunden war. Von den frühen Jahren des Deutschen Fernsehfunks bis zum Ende des DDR-Fernsehens hatte Ebert verschiedene Generationen von Zuschauern begleitet.
Besonders ihre Rolle bei „Zwischen Frühstück und Gänsebraten“ ist bis heute Teil der deutschen Fernsehgeschichte. Die Sendung wurde von 1957 bis 1991 ausgestrahlt und gehört zu den langlebigsten Weihnachtstraditionen des DDR-Fernsehens.
Auch ihre Schauspielrollen bleiben in historischen Fernsehaufzeichnungen erhalten. „Maxe Baumann“, „Ferienheim Bergkristall“ und andere Produktionen erinnern an ihre Arbeit als Schauspielerin.
Die ARD-Mediathek würdigt Margot Ebert heute ausdrücklich als Schauspielerin und Fernsehpionierin. Dort sind historische Aufnahmen ihrer Arbeit als Ansagerin, Schauspielerin und Interviewerin zu finden.
Fazit
Margot Ebert war eine der vielseitigsten und bekanntesten Frauen des DDR-Fernsehens. Sie wurde am 8. Juni 1926 in Magdeburg geboren, wuchs in Hamburg auf und absolvierte eine Ausbildung als Tänzerin, Schauspielerin und Sängerin. Ihre ersten Bühnenerfahrungen sammelte sie unter anderem in Erfurt, bevor sie 1952 zu einer der ersten Sprecherinnen des Deutschen Fernsehfunks wurde.
Über Jahrzehnte arbeitete sie als Moderatorin, Schauspielerin und Entertainerin. Ihre größte Popularität erreichte sie gemeinsam mit Heinz Quermann in der Weihnachtssendung „Zwischen Frühstück und Gänsebraten“. Das Format wurde von 1957 bis 1991 ausgestrahlt und entwickelte sich für viele Zuschauer zu einer festen Weihnachtstradition.
Auch als Schauspielerin war Ebert erfolgreich. Besonders ihre Rolle als Waltraut in „Maxe Baumann“ machte sie einem großen Publikum vertraut. Darüber hinaus wirkte sie in mehr als 30 Film- und Fernsehproduktionen mit.
Nach dem Ende ihrer Fernsehkarriere widmete sie sich der Schriftstellerei und Malerei. Sie veröffentlichte Bücher und lebte zunehmend zurückgezogen in Berlin-Friedrichshagen.
Margot Ebert bleibt vor allem als eine der frühen Fernsehpersönlichkeiten der DDR und als langjährige Gastgeberin der Weihnachtsgala in Erinnerung. Ihr Name steht für eine Epoche des deutschen Fernsehens, in der wenige bekannte Gesichter über Jahrzehnte hinweg zu vertrauten Begleitern des Publikums wurden.

