Einleitung
Thomas McDonell ist ein US-amerikanischer Schauspieler, Musiker und bildender Künstler, der vor allem durch seine Rolle als Finn Collins in der Science-Fiction-Serie The 100 bekannt wurde. Seine Karriere ist jedoch vielseitiger, als es sein Erfolg im Fernsehen zunächst vermuten lässt. Neben der Schauspielerei beschäftigt er sich seit vielen Jahren mit Musik, Malerei, Videokunst und anderen kreativen Formen. Geboren wurde Thomas Hunter Campbell McDonell am 2. Mai 1986 in Manhattan, New York. Er wuchs in einer Familie auf, in der Literatur, Journalismus und Kunst eine wichtige Rolle spielten.
Thomas McDonell und seine Kindheit in New York
Thomas McDonell wurde in Manhattan geboren und verbrachte dort einen großen Teil seiner Kindheit. Seine familiäre Umgebung war stark von kreativen Berufen geprägt. Seine Mutter Joanie McDonell ist Schriftstellerin, während sein Vater Terry McDonell als bekannter Redakteur und Journalist tätig war. Sein Bruder Nick McDonell ist ebenfalls Schriftsteller. Damit wuchs Thomas in einem Umfeld auf, in dem Schreiben, Medien und kreative Arbeit zum Alltag gehörten.
Während seiner Jugend besuchte McDonell später ein Internat in Andover im US-Bundesstaat Massachusetts. Anschließend kehrte er nach New York zurück und studierte an der New York University. Besonders interessant ist, dass die Schauspielerei ursprünglich nicht unbedingt sein wichtigstes Ziel war. In einem früheren Interview erklärte er, dass er sich schon als Jugendlicher stark für Kunst interessierte und unter anderem Malerei und Bildhauerei ausprobierte. Das Schauspiel kam für ihn eher später als eine Art Experiment hinzu.
Diese frühe Verbindung zur bildenden Kunst erklärt auch, warum McDonell später nicht ausschließlich als Schauspieler wahrgenommen werden wollte. Für ihn gehören verschiedene kreative Ausdrucksformen zusammen. Film, Musik und visuelle Kunst sind in seiner Laufbahn immer wieder miteinander verbunden.
Der ungewöhnliche Einstieg mit The Forbidden Kingdom
Seinen Einstieg in die Filmwelt verdankt Thomas McDonell teilweise einem Zufall. Während seines Aufenthalts in Shanghai beschäftigte er sich mit Kunst und nahm spontan an einem offenen Casting teil. Dabei bekam er eine kleine Rolle in dem Martial-Arts-Film The Forbidden Kingdom. Der Film aus dem Jahr 2008 hatte mit Jackie Chan und Jet Li zwei international bekannte Hauptdarsteller. Für McDonell war die Produktion deshalb eine besondere Gelegenheit, erste Erfahrungen vor der Kamera zu sammeln.
McDonell spielte den jungen Southie. Obwohl es sich noch nicht um eine große Hauptrolle handelte, wurde dieser Auftritt zu einem wichtigen Ausgangspunkt für seine weitere Karriere. Nach seinem Debüt folgten weitere kleinere Film- und Fernsehauftritte. Unter anderem war er in Law & Order: Criminal Intent zu sehen und spielte 2010 in dem Drama Twelve mit. Interessant ist dabei, dass Twelve auf einem Roman seines Bruders Nick McDonell basiert. Dadurch überschnitten sich in diesem Projekt die beruflichen Wege der beiden Brüder.
Prom machte Thomas McDonell einem größeren Publikum bekannt
Der entscheidende Schritt in seiner frühen Schauspielkarriere kam 2011 mit dem Disney-Film Prom – Die Nacht deines Lebens. McDonell übernahm darin die Rolle von Jesse Richter, einem rebellischen Jugendlichen. Der Film konzentriert sich auf die Erlebnisse verschiedener Schüler rund um ihren Abschlussball und verbindet typische Themen der Jugendzeit mit Freundschaft, Beziehungen und persönlicher Entwicklung.
Für McDonell bedeutete Prom den ersten größeren Auftritt als Hauptdarsteller. Der Film brachte ihm nicht nur größere Aufmerksamkeit, sondern zeigte auch, dass er eine zentrale Rolle in einer Jugendproduktion tragen konnte. Während der Produktion arbeitete er mehrere Monate mit dem Team in Kalifornien. In Interviews sprach er außerdem über seine Erfahrungen während der Dreharbeiten und darüber, wie sich sein Leben durch den Film verändert hatte.
Eine besondere Verbindung hatte McDonell bei Prom auch zur Musik. Er war zu diesem Zeitpunkt bereits Mitglied der Band Moon und steuerte mit der Gruppe den Song „Time Stand“ zum Soundtrack des Films bei. Dadurch konnten seine beiden kreativen Interessen, Schauspiel und Musik, direkt miteinander verbunden werden.
Weitere Filmrollen mit Dark Shadows und Fun Size
Nach Prom blieb McDonell dem Filmgeschäft treu und erhielt weitere interessante Rollen. 2012 spielte er in Tim Burtons Fantasyfilm Dark Shadows den jungen Barnabas Collins. Die ältere Version der Figur wurde von Johnny Depp dargestellt. McDonells Beteiligung an der Produktion war für seine noch junge Karriere eine weitere Verbindung zu einer großen Hollywood-Produktion.
Ebenfalls 2012 war er in der Jugendkomödie Fun Size an der Seite von Victoria Justice zu sehen. Dort spielte er Aaron Riley. Der Film verband typische Elemente einer amerikanischen Teenagerkomödie mit einer Geschichte über eine ungewöhnliche Halloween-Nacht. Für McDonell war die Rolle ein weiterer Schritt weg von seinem Debüt und hin zu einer größeren Präsenz im amerikanischen Unterhaltungsgeschäft.
Auch seine späteren Filmprojekte zeigten, dass er nicht ausschließlich auf romantische Jugendrollen festgelegt war. Er war unter anderem in Life After Beth und dem Thriller The Devil’s Hand zu sehen. Dadurch konnte er unterschiedliche Genres kennenlernen und seine schauspielerische Bandbreite erweitern.
Thomas McDonell als Finn Collins in The 100
Die wohl bekannteste Rolle von Thomas McDonell entstand 2014 mit der Science-Fiction-Serie The 100. In der postapokalyptischen Geschichte spielt er Finn Collins, einen jungen Menschen, der zusammen mit anderen Jugendlichen von einer Raumstation auf die Erde geschickt wird. Die Erde gilt nach einer globalen Katastrophe als weitgehend unbewohnbar, weshalb die Ankunft der jungen Gruppe mit zahlreichen Gefahren und Konflikten verbunden ist.
Finn gehört zu den Figuren, die bereits früh eine wichtige Rolle innerhalb der Handlung einnehmen. McDonell beschrieb Finn in einem Interview als unabhängig, körperlich aktiv und unberechenbar. Gleichzeitig sei Finn ein Beobachter, der seine Umgebung sehr genau wahrnimmt. Gerade diese Kombination machte die Figur für McDonell interessant. Er erklärte außerdem, dass ihn nicht nur der Science-Fiction-Aspekt, sondern vor allem die Persönlichkeit von Finn dazu gebracht habe, die Rolle anzunehmen.
Für McDonell war The 100 auch deshalb ein wichtiger Schritt, weil er zunächst eher mit Kinofilmen verbunden war. Die Serie gab ihm die Möglichkeit, eine Figur über einen längeren Zeitraum zu entwickeln und Teil eines großen internationalen Serienprojekts zu werden. Finn Collins wurde schließlich zu seiner bekanntesten Fernsehrolle.
Finn Collins und die Entwicklung der Figur
Die Bedeutung von Finn Collins innerhalb von The 100 geht über seine anfängliche Rolle als junger Überlebender hinaus. Die Figur wird mit verschiedenen moralischen und emotionalen Konflikten konfrontiert. Die Serie beschäftigt sich generell mit der Frage, wie Menschen unter extremen Bedingungen Entscheidungen treffen und welche Folgen diese Entscheidungen für andere haben.
McDonell erklärte, dass er bei der Entwicklung von Finn eng mit den Produzenten und Autoren zusammenarbeitete. Obwohl die grundlegenden Eigenschaften der Figur bereits im Drehbuch festgelegt waren, gab es Raum, Finn gemeinsam weiterzuentwickeln. Für den Schauspieler war besonders die Unberechenbarkeit der Figur interessant, weil sie ihm als Darsteller viele Möglichkeiten eröffnete.
McDonell war vor allem in der ersten Staffel und zu Beginn der zweiten Staffel ein wichtiger Teil der Besetzung. Seine Darstellung von Finn trug wesentlich dazu bei, dass er auch außerhalb seiner früheren Disney- und Jugendfilmrollen wahrgenommen wurde. Für viele Zuschauer blieb Finn Collins deshalb eng mit dem Namen Thomas McDonell verbunden.
Weitere Arbeiten für Fernsehen und Film
Nach seiner Zeit bei The 100 setzte McDonell seine Arbeit im Film- und Fernsehbereich fort. Bereits vor The 100 hatte er in der Comedyserie Suburgatory eine wiederkehrende Rolle als Scott Strauss. Dort spielte er den Freund der Figur Tessa und konnte eine andere, deutlich leichtere Seite seines schauspielerischen Könnens zeigen.
Später war McDonell unter anderem in Produktionen wie The Long Road Home, LA to Vegas und Good Girls zu sehen. Seine Arbeiten nach The 100 zeigen, dass er nicht ausschließlich an eine bestimmte Rolle oder ein einzelnes Genre gebunden blieb. Stattdessen wechselte er zwischen Comedy, Drama, Thriller und Fernsehproduktionen.
Seine Filmografie ist insgesamt nicht so umfangreich wie die einiger anderer Hollywood-Darsteller seiner Generation. Dafür ist sie von unterschiedlichen Projekten geprägt. McDonell hat sich wiederholt für Produktionen entschieden, die ihm neue Erfahrungen ermöglichen, anstatt seine Karriere ausschließlich auf eine bestimmte Art von Rolle auszurichten.
Thomas McDonell als Musiker und bildender Künstler
Neben der Schauspielerei nimmt die Kunst einen besonders wichtigen Platz in McDonells Leben ein. Er ist nicht nur Schauspieler, sondern arbeitet auch als bildender Künstler. Seine Arbeiten wurden international gezeigt, und er war an verschiedenen Ausstellungen beteiligt. Zu seinen künstlerischen Bereichen gehören unter anderem Malerei, Videokunst, Fotografie und konzeptionelle Projekte.
McDonell hat außerdem Ausstellungen mitorganisiert und kuratiert. Dazu gehörte beispielsweise eine ungewöhnliche Videokunst-Ausstellung in einer Best-Buy-Filiale in New York, bei der zahlreiche Fernsehbildschirme für die Präsentation von Kunst genutzt wurden. Weitere Projekte fanden unter anderem in Los Angeles statt. Seine Arbeit zeigt, dass er Kunst nicht nur traditionell über Galerien versteht, sondern auch ungewöhnliche Räume und Medien einbezieht.
Auch seine Arbeit als Musiker gehört zu diesem kreativen Gesamtbild. McDonell ist Sänger und Gitarrist der Band Moon. Die Gruppe entstand aus seinem Interesse an Musik und entwickelte sich aus gemeinsamen Aufnahmen und Live-Projekten. Die Band veröffentlichte unter anderem eine fünf Songs umfassende EP. Der Song „Time Stand“ wurde schließlich Teil des Prom-Soundtracks.
Privatleben und heutige Bedeutung
Thomas McDonell hält viele Bereiche seines Privatlebens vergleichsweise zurückhaltend. Öffentlich bekannt ist seine langjährige Beziehung zur Schauspielerin Jane Levy, mit der er seit 2011 in Verbindung gebracht wird. Im Juni 2024 wurde öffentlich, dass das Paar sein erstes gemeinsames Kind erwartete. Angaben über das Familienleben stehen jedoch deutlich weniger im Mittelpunkt seiner öffentlichen Arbeit als seine künstlerischen Projekte.
McDonells Karriere ist vor allem deshalb interessant, weil sie nicht ausschließlich dem klassischen Weg eines Hollywood-Schauspielers folgt. Er begann mit einer eher zufälligen Filmrolle, wurde durch Prom einem größeren Publikum bekannt und erreichte mit The 100 seine bisher bekannteste Serienrolle. Gleichzeitig blieb er seiner ursprünglichen Verbindung zur Kunst und Musik treu.
Fazit: Ein vielseitiger Künstler zwischen Film, Musik und Kunst
Thomas McDonell hat sich im Laufe seiner Karriere als vielseitiger amerikanischer Künstler etabliert. Seine bekannteste Rolle als Finn Collins in The 100 brachte ihm internationale Aufmerksamkeit, doch seine beruflichen Interessen reichen deutlich weiter. Mit Filmen wie The Forbidden Kingdom, Prom, Dark Shadows und Fun Size sammelte er Erfahrungen in unterschiedlichen Genres.
Gleichzeitig sind Musik und bildende Kunst wichtige Bestandteile seines Lebens geblieben. Als Sänger und Gitarrist der Band Moon konnte er seine musikalische Seite ausleben, während seine Ausstellungen und Kunstprojekte seine Verbindung zur visuellen Kunst zeigen. Gerade diese Kombination aus Schauspiel, Musik und Kunst macht Thomas McDonell zu einer ungewöhnlichen Persönlichkeit innerhalb der amerikanischen Unterhaltungsbranche.

