Einleitung
Friederike Sirin ist eine deutsche Unternehmerin und ehemalige Fernsehjournalistin und Moderatorin. Bekannt wurde sie zunächst durch ihre langjährige Arbeit beim ZDF-Morgenmagazin. Dort war sie über viele Jahre als Redakteurin und Moderatorin tätig und beschäftigte sich unter anderem mit dem Bereich Filmtipp. Später schlug sie einen ganz anderen beruflichen Weg ein. Gemeinsam mit Selina Schweiker gründete sie das Unternehmen PETIT COCHON, das sich auf nachhaltige und mitwachsende Baby- und Kinderkleidung spezialisiert hat.
Heute wird Friederike Sirin vor allem mit dem Berliner Unternehmen und dessen besonderem Konzept verbunden. PETIT COCHON setzt auf zeitlose Kleidung, natürliche Materialien, lokale Herstellung und Schnitte, die Kindern über einen längeren Zeitraum passen. Das Unternehmen wurde 2012 gegründet und hat sich seitdem zu einer bekannten Marke für nachhaltige Kinderbekleidung entwickelt.
Friederike Sirin und ihre Anfänge im Fernsehen
Bevor Friederike Sirin Unternehmerin wurde, arbeitete sie viele Jahre im deutschen Fernsehen. Ihre berufliche Laufbahn führte sie zum ZDF, wo sie über einen langen Zeitraum mit dem ZDF-Morgenmagazin verbunden war. Nach den vorliegenden beruflichen Angaben begann ihre Tätigkeit dort im Oktober 1997 und endete im Oktober 2007.
Das ZDF-Morgenmagazin gehört zu den bekannten deutschen Fernsehsendungen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Die Sendung verbindet Nachrichten, aktuelle Themen, Service, Kultur und Unterhaltung und wird am Morgen ausgestrahlt. Für eine Moderatorin und Redakteurin bietet ein solches Format ein vielseitiges Arbeitsumfeld, da journalistische Vorbereitung und Präsentation vor der Kamera miteinander verbunden werden.
Sirin arbeitete nicht ausschließlich als Moderatorin. Sie war auch redaktionell tätig und übernahm Aufgaben bei der Vorbereitung von Inhalten. Besonders bekannt war ihre Arbeit im Zusammenhang mit dem Filmtipp. Dabei ging es um aktuelle Filme und Kinoempfehlungen, die für das Publikum des Morgenmagazins aufbereitet wurden.
Zehn Jahre beim ZDF-Morgenmagazin
Die rund zehn Jahre beim ZDF waren eine wichtige Phase in der beruflichen Entwicklung von Friederike Sirin. Zwischen 1997 und 2007 sammelte sie umfangreiche Erfahrungen in der Medienbranche. Sie lernte dabei nicht nur die Arbeit vor der Kamera kennen, sondern auch die redaktionellen Abläufe hinter einer Fernsehsendung.
Eine solche Tätigkeit verlangt eine gute Vorbereitung. Themen müssen recherchiert, Informationen geprüft und Inhalte verständlich vermittelt werden. Gleichzeitig müssen Fernsehbeiträge zeitlich genau in eine Sendung passen. Die Verbindung von Redaktion und Moderation machte diese Jahre zu einem wichtigen Bestandteil von Sirins beruflichem Profil.
Nach ihrem Abschied vom ZDF veränderte sich ihr beruflicher Schwerpunkt deutlich. Statt weiterhin hauptsächlich im Fernsehen zu arbeiten, wandte sie sich einem eigenen unternehmerischen Projekt zu. Dieser Wechsel war zugleich der Beginn eines neuen Kapitels in ihrem Leben.
Der Wechsel vom Fernsehen zum Unternehmertum
Der Übergang vom Journalismus zur Unternehmensgründung ist einer der interessantesten Aspekte in Friederike Sirins Biografie. Sie wechselte von einem großen öffentlich-rechtlichen Fernsehsender in eine kleine, selbst aufgebaute Unternehmensstruktur.
Die Idee entstand im Zusammenhang mit dem Wunsch nach besserer Kleidung für Kinder. Gemeinsam mit Selina Schweiker wollte Sirin Kleidung entwickeln, die bequem, schlicht, hochwertig und länger verwendbar ist. Die beiden Gründerinnen kamen ursprünglich aus unterschiedlichen beruflichen Bereichen. Ihre gemeinsame Idee entwickelte sich schließlich zu PETIT COCHON.
PETIT COCHON wurde 2012 gegründet. Nach Angaben des Unternehmens begannen die Gründerinnen zunächst mit sehr kleinen Strukturen. In der Anfangszeit erledigten sie gemeinsam mit nur einer Näherin zahlreiche Aufgaben selbst. Dazu gehörten Entwicklung, Herstellung und weitere organisatorische Arbeiten. Aus dieser kleinen Anfangsphase entstand im Laufe der Jahre ein größeres Team mit mehreren Produktionsstätten in Berlin.
PETIT COCHON und die Idee der mitwachsenden Kleidung
Das zentrale Konzept von PETIT COCHON ist die sogenannte mitwachsende Kinderkleidung. Anders als bei gewöhnlicher Kleidung soll ein Kleidungsstück nicht nur für eine kurze Phase passen. Durch spezielle Schnitte und umklappbare Bündchen können viele Modelle über mehrere Größen hinweg getragen werden.
Das Konzept richtet sich besonders an Familien mit Babys und kleinen Kindern, weil Kinder in den ersten Lebensjahren sehr schnell wachsen. Gewöhnliche Kleidung kann deshalb nach relativ kurzer Zeit zu klein sein. Mitwachsende Kleidung versucht, dieses Problem zu reduzieren und die Nutzungsdauer einzelner Kleidungsstücke zu verlängern.
PETIT COCHON erklärt, dass viele seiner Kleidungsstücke über vier bis sechs Größen mitwachsen können. Bei Babys wird eine Nutzungsdauer von etwa sechs bis zwölf Monaten genannt, während einige Kleidungsstücke für ältere Kinder zwei bis drei Jahre getragen werden können. Wie lange ein Kleidungsstück tatsächlich passt, hängt selbstverständlich vom individuellen Wachstum des Kindes ab.
Auch optisch soll die Kleidung nicht wie gewöhnliche zu große Kleidung wirken. Die Schnitte werden so entwickelt, dass sie sowohl am Anfang als auch gegen Ende der Nutzungszeit bequem sitzen. Umklappbare Ärmel- und Beinbündchen gehören bei vielen Modellen zum Konzept.
Nachhaltigkeit als wichtiger Bestandteil des Unternehmens
Nachhaltigkeit spielt bei PETIT COCHON eine zentrale Rolle. Das Unternehmen verbindet das Mitwachsprinzip mit weiteren Maßnahmen, die auf eine längere Nutzung und möglichst geringe Verschwendung ausgerichtet sind.
Dazu gehören Reparaturen, die Wiederverwendung von Kleidung und ein Second-Hand-Angebot. Beschädigte oder zurückgesendete Kleidungsstücke sollen nach Möglichkeit repariert und wieder angeboten werden. Auch Stoffreste werden weiterverarbeitet. Aus übrig gebliebenen Materialien entstehen beispielsweise kleinere Accessoires oder andere Kleidungsstücke.
Ein weiterer Bestandteil des Konzepts ist die lokale Herstellung. PETIT COCHON produziert nach eigenen Angaben in Berlin. Ein Teil der Herstellung findet in eigenen beziehungsweise angeschlossenen Ateliers statt. Dadurch sollen Transportwege möglichst kurz gehalten werden.
Auch bei der Verpackung verfolgt das Unternehmen einen nachhaltigen Ansatz. PETIT COCHON gibt an, plastikfrei zu versenden und unnötige Verpackungen sowie zusätzliche Materialien zu vermeiden. Die Nachhaltigkeitsstrategie umfasst somit nicht nur das fertige Kleidungsstück, sondern auch Produktion, Reparatur, Wiederverkauf und Versand.
Welche Materialien verwendet PETIT COCHON?
Bei der Auswahl der Materialien legt PETIT COCHON nach eigenen Angaben besonderen Wert auf natürliche und hautfreundliche Stoffe. Das ist besonders bei Baby- und Kinderkleidung relevant, weil die Kleidungsstücke häufig direkt auf empfindlicher Haut getragen werden.
Zum Sortiment gehören unter anderem Baumwolle, Musselin, Leinen, Wollwalk und ein Kaschmir-Micromodal-Mix. Baumwolle wird wegen ihrer Weichheit und Atmungsaktivität eingesetzt. Musselin eignet sich durch seine leichte Struktur besonders für wärmere Tage. Leinen gilt ebenfalls als luftiges Material für den Sommer. Wollwalk wird dagegen vor allem für wärmere Kleidung in der kalten Jahreszeit verwendet.
Das Unternehmen gibt außerdem an, dass seine Stoffe mindestens nach OEKO-TEX Standard 100 zertifiziert sind. Damit gehört die Materialauswahl zu einem wichtigen Teil des Markenversprechens. Ziel ist es, Kleidung anzubieten, die sich angenehm trägt und gleichzeitig möglichst lange genutzt werden kann.
Friederike Sirins Rolle bei PETIT COCHON
Mit der Gründung von PETIT COCHON übernahm Friederike Sirin eine völlig andere berufliche Rolle als während ihrer Fernsehzeit. Sie ist nicht mehr nur für redaktionelle Inhalte und Präsentation verantwortlich, sondern beteiligt sich an der Entwicklung und Führung eines eigenen Unternehmens.
Nach Angaben von PETIT COCHON sind die Gründerinnen seit der Gründung für Ideen, Designs, Produktion und Geschäftsführung verantwortlich. Das bedeutet, dass Sirins heutige Tätigkeit verschiedene Bereiche miteinander verbindet. Produktideen müssen entwickelt, Kleidungsstücke gestaltet und Produktionsabläufe organisiert werden. Gleichzeitig müssen Kunden, Mitarbeiter und geschäftliche Prozesse koordiniert werden.
Ihre frühere Medienerfahrung kann dabei insbesondere im Bereich Kommunikation eine interessante Grundlage darstellen. Während sie beim Fernsehen Inhalte für ein breites Publikum aufbereitete, geht es als Unternehmerin darum, eine Marke und ihre Idee verständlich nach außen zu vermitteln.
Berlin als Zentrum der Marke
Berlin spielt für PETIT COCHON eine wichtige Rolle. Das Unternehmen ist eng mit dem Stadtteil Tempelhof verbunden und produziert dort einen großen Teil seiner Kleidung. Die Verbindung von Design, handwerklicher Herstellung und nachhaltiger Produktion gehört zu den Merkmalen der Marke.
Die lokale Herstellung ist dabei nicht nur eine organisatorische Entscheidung. Nach Angaben des Unternehmens soll sie auch dazu beitragen, Arbeitsbedingungen besser kontrollieren und Transportwege kurz halten zu können. PETIT COCHON beschreibt außerdem faire Bezahlung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als Teil seines Geschäftsmodells.
Das Unternehmen verfolgt dabei einen vergleichsweise direkten Verkaufsweg. Nach eigenen Angaben verkauft PETIT COCHON direkt an Endkunden und verzichtet weitgehend auf klassische Zwischenhändler. Dadurch soll es möglich sein, trotz lokaler Produktion und hochwertiger Materialien vergleichsweise faire Preise anzubieten.
Auszeichnungen und Entwicklung von PETIT COCHON
Die Entwicklung von PETIT COCHON blieb nicht ohne öffentliche Anerkennung. Im Dezember 2021 erhielt das Unternehmen den Deutschen Nachhaltigkeitspreis in der Kategorie Design. Die Auszeichnung bezog sich auf die nachhaltige Gestaltung und die Entwicklung langlebiger Kinderkleidung.
Seit der Gründung hat sich das Unternehmen zudem deutlich weiterentwickelt. Aus der kleinen Produktion mit den Gründerinnen und einer Näherin wurde ein Team mit mehreren Beschäftigten und weiteren Berliner Nähateliers. Auf der heutigen Unternehmensseite nennt PETIT COCHON mehr als 70.000 Familien und mehr als 1.200 Bewertungen.
Damit zeigt die Entwicklung, dass aus einer privaten Idee für bessere Kinderkleidung ein langfristig aufgebautes Unternehmen entstehen konnte. Der ursprüngliche Gedanke blieb dabei erhalten: Kinderkleidung soll nicht nur schön aussehen, sondern möglichst lange getragen werden können.
Friederike Sirin heute und ihr berufliches Vermächtnis
Friederike Sirins beruflicher Weg ist vor allem durch den starken Wechsel zwischen zwei unterschiedlichen Branchen geprägt. Ihre erste große Karrierephase verbrachte sie im Fernsehen. Beim ZDF-Morgenmagazin arbeitete sie rund zehn Jahre als Redakteurin und Moderatorin und war unter anderem mit dem Filmtipp verbunden.
Später widmete sie sich gemeinsam mit Selina Schweiker der Entwicklung von PETIT COCHON. Aus dem Wunsch nach komfortabler und langlebiger Kleidung für Kinder entstand eine Marke, die heute vor allem für mitwachsende Kleidung und lokale Produktion bekannt ist.
Dabei ist interessant, dass Nachhaltigkeit laut den Gründerinnen nicht von Anfang an ausschließlich als Marketingidee im Mittelpunkt stand. In einem früheren Gespräch wurde beschrieben, dass zunächst der Wunsch nach hochwertigen, bequemen und polyesterfreien Kleidungsstücken für die eigenen Kinder entscheidend war. Der nachhaltige Charakter entwickelte sich aus der lokalen Herstellung und der bewussten Nutzung der Kleidung weiter.
Fazit
Friederike Sirin hat eine ungewöhnliche berufliche Entwicklung hinter sich. Sie begann ihre Karriere im Journalismus und Fernsehen und arbeitete von 1997 bis 2007 beim ZDF-Morgenmagazin. Dort war sie als Redakteurin und Moderatorin tätig und beschäftigte sich unter anderem mit dem Filmtipp.
Nach ihrer Zeit beim Fernsehen wechselte sie in die Unternehmenswelt. Gemeinsam mit Selina Schweiker gründete sie 2012 PETIT COCHON. Die Berliner Marke entwickelte ein Konzept für mitwachsende Baby- und Kinderkleidung, das lange Nutzungszeiten, natürliche Materialien und lokale Produktion miteinander verbindet.
Heute steht Friederike Sirin damit nicht nur für ihre frühere Arbeit im Fernsehen, sondern auch für den Aufbau einer nachhaltigen Kindermodemarke. Ihre Geschichte zeigt, wie sich aus einer persönlichen Idee für bessere Kinderkleidung ein Unternehmen mit eigener Produktion, einem klaren Nachhaltigkeitskonzept und einer wachsenden Kundschaft entwickeln kann.

