Einleitung
Gabriela Raible-von Lüttichau ist eine deutsche Innenarchitektin und Produktdesignerin, die vor allem für ihre klaren, hochwertigen und funktionalen Raumkonzepte bekannt ist. Die 1962 in Hamburg geborene Designerin lebt und arbeitet in München. Ihre berufliche Tätigkeit verbindet Innenarchitektur mit Möbeldesign und Produktgestaltung. Dabei entstehen sowohl private Wohnräume als auch moderne Arbeitswelten, maßgeschneiderte Möbel und Konzepte für besondere öffentliche oder gewerbliche Räume.
Ihr beruflicher Weg begann mit einem Studium der Innenarchitektur in Rosenheim und führte anschließend nach Mailand an die Domus Academy. Nach Jahren freiberuflicher Tätigkeit und der Zusammenarbeit mit anderen Planern gründete sie 2001 ihr eigenes Büro in München. Seitdem entwickelte sich Gabriela Raible zu einer Designerin, deren Arbeiten auch international Beachtung finden. Ihr Büro nennt unter anderem den Red Dot Award, den German Design Award und den Iconic Award als Auszeichnungen für Arbeiten aus den Bereichen Innenarchitektur und Produktdesign.
Herkunft und Ausbildung von Gabriela Raible
Gabriela Raible wurde 1962 in Hamburg geboren. Über ihre Kindheit und ihr privates Familienleben sind öffentlich nur wenige Einzelheiten bekannt. Ihr beruflicher Weg ist dagegen wesentlich besser dokumentiert. Schon früh entschied sie sich für eine Ausbildung im Bereich Innenarchitektur und Gestaltung.
Von 1983 bis 1987 studierte sie Innenarchitektur an der Fachhochschule Rosenheim. Dort erwarb sie die fachlichen Grundlagen für ihre spätere Arbeit mit Architektur, Raumgestaltung, Materialien und Proportionen. 1987 schloss sie ihr Studium ab. Ein Jahr später setzte sie ihre Ausbildung in Italien fort und erwarb 1988 einen Master of Design an der Domus Academy in Mailand.
Der Aufenthalt in Mailand war für ihre weitere Entwicklung besonders interessant, weil die Stadt zu den wichtigen internationalen Zentren für Architektur und Produktdesign gehört. Die Verbindung zwischen deutscher Innenarchitektur und italienischer Designkultur wurde zu einer wichtigen Grundlage für Raibles spätere Arbeit.
Ihre Ausbildung erklärt auch, warum sie sich nicht auf die Gestaltung von Innenräumen beschränkte. Neben kompletten Raumkonzepten entwickelte sie später eigene Möbel und Produkte. Dadurch entstand eine Arbeitsweise, bei der Architektur, Einrichtung und einzelne Objekte nicht getrennt voneinander betrachtet werden.
Erste berufliche Jahre und eigenes Büro
Nach ihrem Studium begann Gabriela Raible zunächst als freiberufliche Innenarchitektin zu arbeiten. Später war sie Partnerin im Studio Leniger & Raible Partner. Diese Phase ermöglichte ihr, praktische Erfahrungen mit unterschiedlichen Aufgaben und Projekten zu sammeln und gleichzeitig ihre eigene gestalterische Sprache weiterzuentwickeln.
Ein entscheidender Schritt ihrer Karriere folgte 2001. In München gründete sie ihr eigenes Büro. Damit konnte sie ihre Vorstellungen von Innenarchitektur und Design unter eigener Verantwortung umsetzen. Im Laufe der Jahre entwickelte sich das Büro zu einem Studio, das private und gewerbliche Projekte sowie Produktdesign miteinander verbindet.
2011 wurde die Arbeit organisatorisch stärker in die Bereiche Innenarchitektur und Produktdesign aufgeteilt. Dadurch erhielt auch ihre Tätigkeit als Möbeldesignerin ein eigenständigeres Profil. Das Konzept blieb jedoch ganzheitlich: Möbel sollten nicht unabhängig vom Raum entstehen, sondern in Beziehung zu Architektur, Nutzung und Atmosphäre stehen.
Heute befindet sich das Büro in München-Schwabing. Das Unternehmen arbeitet unter anderem an privaten Konzepten, Corporate Interior Architecture, Praxisplanung, Produktdesign und Healing Architecture.
Der besondere Stil von Gabriela Raible
Die Gestaltung von Gabriela Raible ist vor allem durch klare Linien, reduzierte Formen und sorgfältig ausgewählte Materialien geprägt. Ihr Büro beschreibt die eigene Arbeit mit Begriffen wie intelligente Raumstrukturen, moderne Linienführung, handwerkliche Qualität und hochwertige Materialien.
Dabei bedeutet Reduktion nicht, dass ihre Räume kalt oder leer wirken sollen. Vielmehr geht es darum, unnötige Elemente zu vermeiden und den einzelnen Materialien sowie architektonischen Details ausreichend Raum zu geben. Holz, Stein, Metall, Glas, Stoffe und Licht werden so miteinander verbunden, dass ein harmonisches Gesamtbild entsteht.
Ein wichtiger Punkt ihrer Arbeit ist außerdem die Funktionalität. Ein Raum muss nach ihrem gestalterischen Ansatz nicht nur gut aussehen, sondern auch im Alltag funktionieren. Wege, Stauraum, Beleuchtung, Arbeitsabläufe und die Nutzung durch Menschen werden deshalb bereits bei der Planung berücksichtigt.
Besonders deutlich wird diese Haltung bei ihren Corporate-Projekten. Ihr Büro beschreibt konsequentes Hinterfragen der Funktionalität als Grundlage der Planung. Gleichzeitig sollen langlebige natürliche Materialien und durchdachte Details für dauerhafte Qualität sorgen.
Innenarchitektur für Unternehmen und private Räume
Das Tätigkeitsfeld von Gabriela Raible reicht von exklusiven privaten Wohnräumen bis zu komplexen Unternehmensprojekten. Im privaten Bereich entstehen maßgeschneiderte Lösungen für Wohnungen, Häuser, Penthäuser und Villen. Dabei wird nicht nur eine bestimmte Einrichtung ausgewählt. Das gesamte Raumkonzept kann von der ersten Idee über die Detailplanung bis zur Realisierung begleitet werden.
Im Unternehmensbereich geht es dagegen häufig um Arbeitsplätze, Besprechungsräume, Empfangsbereiche, Lounges und multifunktionale Flächen. Zu den auf der Referenzseite ihres Büros genannten Unternehmen und Organisationen gehören unter anderem Allianz, GEMA, Käfer, Messe München, Strabag, Synlab, Truma und Swarovski.
Die Gestaltung moderner Arbeitsräume hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Büros müssen heute häufig unterschiedliche Arbeitsformen ermöglichen. Räume werden für konzentriertes Arbeiten, Meetings, Gespräche, Veranstaltungen und informelle Begegnungen genutzt. Gabriela Raibles Büro zeigt entsprechende Konzepte unter anderem mit Executive Offices, Meetingbereichen, Office Lounges, New-Work-Flächen und multifunktionalen Arbeitsbereichen.
Damit wird Innenarchitektur zu einem Bestandteil der Unternehmenskultur. Die Gestaltung eines Büros beeinflusst, wie Mitarbeiter und Besucher einen Ort wahrnehmen und wie unterschiedliche Arbeitsabläufe organisiert werden können.
Möbeldesign und bekannte Entwürfe
Neben der Raumgestaltung ist das Möbeldesign ein wichtiger Teil von Gabriela Raibles Karriere. Ihr eigenes Designstudio entwickelt individuell gefertigte Möbel und arbeitet mit nationalen und internationalen Herstellern zusammen. Der Entwicklungsprozess kann von der ersten Idee über die technische Ausarbeitung bis zur Unterstützung bei Prototypen reichen.
Zu ihren bekannten Entwürfen gehören unter anderem Möbelserien für Tonon, Artanova, Haapo, Kaufeld und Designo. Auf ihrer offiziellen Designseite werden beispielsweise Beret, Zelos, Malaun, Andres, Paco, Serafin, Lady Windsor, Lord Gerrit, Episodes, Moneypenny und Keiko genannt.
Besonders interessant ist die Beret-Kollektion für Tonon. Gabriela Raible entwickelte die Serie mit einer Gestaltung, die von den charakteristischen Nähten einer französischen Baskenmütze inspiriert ist. Die Kollektion umfasst einen Stuhl, einen Armlehnstuhl, eine Lounge-Version und einen Hocker. Trotz schlanker Formen wurde bei der Konstruktion Wert auf Komfort gelegt.
Dieses Beispiel zeigt gut, wie Raible Gestaltung und Funktion miteinander verbindet. Eine auffällige Form soll nicht nur optisch funktionieren, sondern auch konstruktiv und ergonomisch sinnvoll sein. Materialien, Polsterung, Nähte und Holzdetails werden zu einem einheitlichen Produkt zusammengeführt.
Auszeichnungen und Anerkennung
Die Arbeiten von Gabriela Raible und ihrem Büro wurden im Laufe der Jahre mehrfach ausgezeichnet. Auf der offiziellen Website werden unter anderem der Red Dot Award, der German Design Award und der Iconic Award genannt.
Auch das Münchner Architekturportal führt mehrere konkrete Auszeichnungen auf. Dazu gehören beispielsweise ein Red Dot Design Award aus dem Jahr 2003, ein German Design Award 2015, Iconic Awards 2017, Best of Interior 2020 sowie ein German Design Award 2021.
Zu den dokumentierten Projekten gehört beispielsweise ein Dental Office in der Münchner Altstadt, das mit einem German Design Award Special 2021 ausgezeichnet wurde. Charakteristisch für das rund 200 Quadratmeter große Projekt ist unter anderem ein geschwungener Empfangscounter mit feinen Messingdetails. Die Gestaltung setzt bewusst auf eine wohnliche Atmosphäre anstelle einer typischen, rein funktionalen Praxiswirkung.
Auch das Projekt Family Living in München-Bogenhausen wurde mit Best of Interior 2020 ausgezeichnet. Die Doppelhaushälfte wurde mit einem minimalistischen, gleichzeitig wohnlichen Konzept gestaltet. Offene und lichtdurchflutete Bereiche sowie ein Tunnelkamin bilden wichtige Elemente des Entwurfs.
Architektur für Gesundheit und Wohlbefinden
In jüngerer Zeit beschäftigt sich Gabriela Raible verstärkt mit dem Thema Healing Architecture. Ihr Büro bezeichnet diesen Bereich als eine Weiterentwicklung der langjährigen Erfahrung in Innenarchitektur und Möbeldesign. Dabei sollen Räume entstehen, die Wohlbefinden, Würde und Verbundenheit unterstützen.
Der Ansatz ist besonders für Gesundheitsbereiche interessant. Bei einer Praxis oder medizinischen Einrichtung spielen nicht nur technische Anforderungen eine Rolle. Auch Licht, Materialien, Orientierung, Akustik und die Atmosphäre können entscheidend dafür sein, wie Menschen einen Ort erleben.
Gabriela Raible verbindet diese Überlegungen mit ihrer bisherigen Arbeitsweise. Auch bei klassischen Innenarchitekturprojekten spielen Funktionalität, Materialien und die Wahrnehmung eines Raumes eine zentrale Rolle. Healing Architecture erweitert diesen Ansatz um eine stärkere Konzentration auf den Menschen.
Ihr Büro nennt außerdem eine Nominierung eines Projekts für den Healing Architecture Award 2026. Damit wird deutlich, dass dieses Thema inzwischen einen wichtigen Bestandteil der aktuellen Arbeit des Studios bildet.
Bedeutende Projekte und Referenzen
Das Portfolio von Gabriela Raible umfasst eine große Bandbreite. Neben privaten Wohnprojekten und Büros gehören auch Projekte im Bereich Bildung und Gesundheit dazu. Ein Beispiel ist ein Dental Office in München, ein weiteres Projekt ist die Carl-Steinmeier-Mittelschule in Hohenbrunn, deren Projektseite mit einem German Design Award Winner 2020 und weiteren Preisen verbunden ist.
Das Büro arbeitet außerdem an sogenannten Private Concepts. Dabei entstehen individuelle Wohnlösungen, die vom Entwurf bis zur Realisierung begleitet werden können. Gerade bei hochwertigen Wohnprojekten spielt die Maßanfertigung eine wichtige Rolle, weil Möbel, Architektur und vorhandene bauliche Strukturen aufeinander abgestimmt werden müssen.
Im Unternehmensbereich ist die Liste der Referenzen ebenfalls umfangreich. Neben Allianz und GEMA werden auf der offiziellen Website unter anderem Käfer, Messe München, Strabag, Synlab, Truma und weitere Unternehmen genannt.
Die unterschiedlichen Projektarten zeigen, dass Raibles Arbeit nicht an einen einzigen Gebäudetyp gebunden ist. Ihre Gestaltung kann in privaten Wohnräumen ebenso eingesetzt werden wie in Büros, Praxen oder öffentlichen Einrichtungen.
Gabriela Raible heute
Gabriela Raible-von Lüttichau arbeitet weiterhin in München und führt ihre Tätigkeit als Innenarchitektin und Designerin fort. Ihr Büro verfügt nach eigenen Angaben über mehr als 30 Jahre Erfahrung in Innenarchitektur und Möbeldesign. Heute stehen mehrere Bereiche nebeneinander: Healing Architecture, Corporate Interior Architecture, private Raumkonzepte und Produktdesign.
Dabei bleibt die Verbindung von Ästhetik und Funktion ein wesentlicher Bestandteil ihrer Arbeit. Die Räume sollen individuell auf ihre Nutzer zugeschnitten sein, während die verwendeten Materialien langlebig und hochwertig sein sollen. Im Corporate-Bereich wird zusätzlich die Frage berücksichtigt, wie Räume moderne Arbeitsformen unterstützen können.
Auch ihr Produktdesign entwickelt diese Grundidee weiter. Möbel werden nicht als isolierte Objekte verstanden, sondern als Bestandteile eines größeren gestalterischen Zusammenhangs. Diese Sichtweise erklärt, warum ihre Tätigkeit als Innenarchitektin und Produktdesignerin eng miteinander verbunden ist.
Ihr beruflicher Weg von Rosenheim über Mailand bis zum eigenen Münchner Studio zeigt eine kontinuierliche Entwicklung. Aus der klassischen Innenarchitektur entstand ein breites Tätigkeitsfeld, das heute auch Produktgestaltung, Arbeitswelten und menschenorientierte Raumkonzepte umfasst.
Fazit
Gabriela Raible-von Lüttichau gehört zu den deutschen Innenarchitektinnen und Produktdesignerinnen, deren Arbeit Innenraumgestaltung und Möbeldesign miteinander verbindet. Die 1962 in Hamburg geborene Designerin studierte Innenarchitektur in Rosenheim und absolvierte anschließend einen Master of Design an der Domus Academy in Mailand. 2001 gründete sie ihr eigenes Büro in München.
Ihre gestalterische Sprache basiert auf klaren Formen, durchdachten Proportionen, hochwertigen Materialien und einer konsequenten Verbindung von Ästhetik und Funktion. Neben privaten Wohnprojekten realisierte ihr Büro zahlreiche Unternehmens- und Arbeitswelten. Zu den öffentlich genannten Referenzen zählen unter anderem Allianz, GEMA, Käfer, Messe München, Strabag und Synlab.
Auch das Möbeldesign nimmt einen wichtigen Platz in ihrer Karriere ein. Entwürfe wie die Beret-Kollektion für Tonon zeigen ihre Fähigkeit, reduzierte Formen mit Komfort, handwerklichen Details und funktionaler Konstruktion zu verbinden.
Mehrere Auszeichnungen, darunter der Red Dot Award, der German Design Award und die Iconic Awards, begleiten ihre berufliche Entwicklung. Inzwischen erweitert sie ihr Tätigkeitsfeld außerdem um Healing Architecture. Dabei stehen Räume im Mittelpunkt, die Wohlbefinden, Würde und menschliche Verbundenheit fördern sollen.
Gabriela Raibles Karriere zeigt damit eine kontinuierliche Entwicklung von der klassischen Innenarchitektur hin zu einem umfassenden Verständnis von Raum und Design. Ihre Arbeit verbindet Architektur, Möbel, Funktion und Atmosphäre und richtet den Blick zunehmend darauf, wie Menschen Räume erleben und nutzen.

