Einleitung
Gloria Burda ist eine österreichische Juristin, Wissenschaftlerin und ehemalige Schauspielerin. Bekannt wurde sie zunächst vor allem als Tochter des legendären österreichischen Sängers und Komponisten Udo Jürgens. Doch ihr eigener beruflicher Weg entwickelte sich in eine andere Richtung. Statt dauerhaft im Musik- oder Filmgeschäft zu arbeiten, entschied sie sich für ein Studium der Rechtswissenschaften und spezialisierte sich später auf Strafrecht und Medizinrecht.
Geboren wurde Gloria Burda 1994 in Wien. Schon als junge Frau stand sie gelegentlich im öffentlichen Interesse. Sie nahm am Wiener Opernball teil und sammelte außerdem eine kurze Erfahrung als Schauspielerin. Ihre bekannte Rolle spielte sie 2011 in der Produktion „Sissi – Die ganze Wahrheit“. Danach konzentrierte sie sich jedoch immer stärker auf ihre juristische Ausbildung.
Ihr akademischer Weg führte sie an die Universität Wien, wo sie Rechtswissenschaften studierte und später als Universitätsassistentin am Institut für Strafrecht und Kriminologie tätig war. Ihr wissenschaftlicher Schwerpunkt lag unter anderem bei rechtlichen Fragen rund um Sterbehilfe, Suizid und das österreichische Strafrecht. Inzwischen wird sie beim Linde Verlag als Richteramtsanwärterin im Sprengel des Oberlandesgerichts Wien geführt.
Herkunft und Kindheit in Wien
Gloria Burda wurde 1994 in Wien geboren und wuchs in einer Familie auf, deren Name eng mit der deutschsprachigen Musikgeschichte verbunden ist. Ihr Vater war Udo Jürgens, einer der erfolgreichsten österreichischen Sänger und Komponisten. Mit Liedern wie „Merci, Chérie“, „Griechischer Wein“ und „Ich war noch niemals in New York“ wurde er über Jahrzehnte zu einer festen Größe im deutschsprachigen Kulturleben.
Ihre Mutter ist Sabrina Burda. Gloria ist außerdem mit weiteren Kindern von Udo Jürgens verbunden, darunter John, Jenny und Sonja Jürgens. Dadurch wuchs sie in einer großen und öffentlich bekannten Familie auf.
Die Bekanntheit ihres Vaters bedeutete automatisch, dass auch Gloria gelegentlich Aufmerksamkeit von Medien erhielt. Trotzdem entwickelte sie später ein vergleichsweise eigenständiges berufliches Profil. Während ihr Vater die Bühne und die Musik zu seinem Lebenswerk machte, entschied sich Gloria für die Universität und eine wissenschaftliche Laufbahn.
Über ihre Kindheit selbst sind nur wenige verlässliche Details öffentlich dokumentiert. Das ist ein wichtiger Punkt, weil viele persönliche Informationen über Kinder berühmter Persönlichkeiten häufig aus Medienberichten stammen und nicht immer zuverlässig sind.
Die Verbindung zu Udo Jürgens
Udo Jürgens spielte für Gloria Burdas Familiengeschichte natürlich eine zentrale Rolle. Er gehörte zu den erfolgreichsten deutschsprachigen Künstlern und war nicht nur als Sänger, sondern auch als Komponist und Pianist bekannt.
Das Verhältnis zwischen Vater und Tochter wurde im Laufe der Jahre ebenfalls öffentlich thematisiert. Medien berichteten beispielsweise über gemeinsame Auftritte und darüber, dass Gloria ihren Vater zu Veranstaltungen begleitete. DiePresse berichtete 2019 über Aussagen ihrer Mutter Sabrina Burda, nach denen sich das Verhältnis zwischen Gloria und ihrem Vater positiv entwickelt habe.
Udo Jürgens starb am 21. Dezember 2014 nach einem Zusammenbruch in der Schweiz. Sein Tod bedeutete für seine Familie einen schweren Einschnitt und führte gleichzeitig zu großer öffentlicher Anteilnahme.
Auch Gloria Burda wurde danach wieder stärker von den Medien wahrgenommen. Besonders die Diskussionen rund um das Testament ihres Vaters sorgten für Schlagzeilen.
Dabei ist allerdings wichtig, zwischen Medienberichten und den späteren Aussagen von Gloria und ihrer Mutter zu unterscheiden. 2015 erklärten beide ausdrücklich, Gloria habe das Testament ihres Vaters nicht angefochten. Auch ein entsprechender Bericht des österreichischen Pressedienstes OTS dokumentierte diese Stellungnahme.
Erste öffentliche Auftritte als junge Frau
Noch bevor Gloria Burda ihren juristischen Berufsweg einschlug, gab es einige öffentliche Auftritte. Besonders bekannt wurde ihre Teilnahme am Wiener Opernball im Jahr 2011.
Der Wiener Opernball gehört zu den traditionsreichsten gesellschaftlichen Veranstaltungen Österreichs. Junge Debütantinnen und Debütanten eröffnen den Ball mit einer festlichen Tanzzeremonie. Für Gloria Burda war diese Teilnahme eine frühe Erfahrung im öffentlichen Leben.
Im selben Zeitraum kam sie auch mit der Schauspielerei in Berührung. Ihre bekannte Filmrolle entstand in „Sissi – Die ganze Wahrheit“, einer österreichischen Produktion aus dem Jahr 2011. Dort verkörperte sie die historische Kaiserin Elisabeth, besser bekannt als Sissi.
Die Schauspielerei blieb allerdings ein relativ kurzer Abschnitt ihres Lebens. Ihre öffentlich dokumentierte Filmografie ist überschaubar, während ihre juristische Laufbahn deutlich umfangreicher ist. Das macht ihren Werdegang interessant: Sie probierte sich in der Unterhaltungswelt aus, entschied sich aber anschließend für einen akademischen Beruf.
Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Wien
Gloria Burda begann im Oktober 2013 ihr Diplomstudium der Rechtswissenschaften an der Universität Wien. Nach ihrem offiziellen Lebenslauf schloss sie dieses Studium im August 2016 ab.
Während ihrer Studienzeit sammelte sie auch praktische Erfahrungen. 2014 absolvierte sie eine Rechtshörerschaft am Bezirksgericht Donaustadt. 2016 folgte ein Traineeship bei DORDA BRUGGER JORDIS, wo sie im Bereich Wirtschafts- und Korruptionsstrafrecht eingesetzt wurde.
Diese Stationen zeigen, dass ihre juristische Ausbildung früh mit praktischer Arbeit verbunden war. Das Studium vermittelte ihr die theoretischen Grundlagen des österreichischen Rechts, während die praktischen Stationen einen Einblick in Gerichte und anwaltliche Tätigkeiten ermöglichten.
Nach dem Diplomstudium setzte Burda ihre akademische Ausbildung fort. Im Oktober 2016 begann sie ihr Doktoratsstudium der Rechtswissenschaften an der Universität Wien.
Damit war der Grundstein für ihre spätere wissenschaftliche Spezialisierung gelegt.
Spezialisierung auf Strafrecht und Medizinrecht
Ein wichtiger Schwerpunkt in Gloria Burdas juristischer Arbeit ist das Strafrecht. Besonders beschäftigte sie sich mit schwierigen Fragen an der Grenze zwischen Strafrecht, Medizin und persönlicher Selbstbestimmung.
Ihr Dissertationsprojekt trug den Titel „Der Suizid im Strafrecht“. Die Österreichische Nationalbibliografie führt ihre Dissertation unter dem Titel „Der Suizid im Strafrecht: §77 StGB und §78 StGB, Tatbestand, Menschenrechtskonformität und Reformvorschläge“.
Das Thema ist rechtlich und gesellschaftlich anspruchsvoll. Es berührt Fragen darüber, welche Handlungen strafbar sind, welche Rechte Menschen besitzen und wie der Staat mit Entscheidungen am Lebensende umgehen soll.
Auch später beschäftigte sich Burda mit der österreichischen Sterbeverfügung und der gesetzlichen Regelung der Suizidassistenz. Die Universität Wien führt beispielsweise eine 2021 veröffentlichte Stellungnahme von ihr zum Entwurf des österreichischen Sterbeverfügungsgesetzes und zu Änderungen des Strafgesetzbuches.
Im November 2021 wurde außerdem ein Expertenkommentar von ihr zur Sterbeverfügung als neuer Rechtsfigur am Lebensende dokumentiert.
Ihre Arbeit zeigt damit, dass sie sich nicht nur mit klassischen strafrechtlichen Fragestellungen beschäftigt, sondern auch mit hochsensiblen Themen an der Schnittstelle zwischen Recht, Medizin und gesellschaftlicher Verantwortung.
Wissenschaftliche Arbeit an der Universität Wien
Ab Oktober 2018 war Gloria Burda als Universitätsassistentin am Institut für Strafrecht und Kriminologie der Universität Wien tätig. Gleichzeitig wird sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Austrian Center for Law Enforcement Sciences, kurz ALES, geführt.
In dieser Zeit war sie nicht nur mit eigener Forschung beschäftigt. Sie war auch in der juristischen Lehre aktiv. Dokumente der Universität Wien zeigen beispielsweise ihre Tätigkeit bei Übungen zur Falllösung im Strafrecht. Dabei ging es darum, Studierende mit der systematischen Bearbeitung strafrechtlicher Fälle vertraut zu machen.
Auch Veröffentlichungen gehören zu ihrem wissenschaftlichen Profil. 2022 erschien beispielsweise ihre „Musterfalllösung zur Modulprüfung aus Straf- und Strafprozessrecht“ in der Zeitschrift „Juristische Ausbildung und Praxisvorbereitung“.
Ihre akademische Tätigkeit war damit eine Kombination aus Forschung, Lehre und juristischer Publikation. Das ist ein deutlicher Gegensatz zu ihrem frühen Kontakt mit der Filmwelt.
Dissertation und berufliche Entwicklung
Gloria Burdas Dissertation über den Suizid im Strafrecht wurde nicht nur wissenschaftlich veröffentlicht, sondern laut Linde Verlag auch mit dem „Ars Iuris Dissertationspreis“ ausgezeichnet. Der Verlag beschreibt sie zudem als Autorin verschiedener Fachbeiträge und als Vortragende bei Symposien und Tagungen.
Diese Angaben unterstreichen ihre Entwicklung von einer Studentin zu einer spezialisierten Juristin und Wissenschaftlerin.
Besonders interessant ist, dass ihr beruflicher Schwerpunkt weiterhin eng mit dem Strafrecht verbunden blieb. Gleichzeitig erweiterte sie ihr Fachgebiet in Richtung Medizinrecht. Fragen rund um Behandlung, Selbstbestimmung und Sterbehilfe gehören zu den komplexesten Bereichen moderner Rechtswissenschaft.
Inzwischen führt der Linde Verlag Gloria Burda als Richteramtsanwärterin im Sprengel des Oberlandesgerichts Wien. Damit hat sich ihr beruflicher Weg weiter von der akademischen Forschung in Richtung Justiz entwickelt.
Diese Entwicklung zeigt, dass ihre Karriere nicht allein durch ihren berühmten Familiennamen bestimmt wurde. Ihre juristischen Qualifikationen und wissenschaftlichen Arbeiten bilden eine eigenständige berufliche Grundlage.
Das öffentliche Interesse an ihrer Familie
Ein Teil der Bekanntheit Gloria Burdas hängt weiterhin mit ihrer Familie zusammen. Als Tochter von Udo Jürgens wurde sie bereits in jungen Jahren von Medien wahrgenommen.
Besonders nach dem Tod ihres Vaters gab es zahlreiche Berichte über die Familie und seinen Nachlass. Dabei entstanden auch Behauptungen über einen angeblichen Streit zwischen den Kindern. Gloria selbst widersprach solchen Darstellungen damals deutlich. Im KURIER erklärte sie 2015, es gebe keinen Streit um die Millionen ihres Vaters und sie bekomme denselben vorgesehenen Anteil wie die anderen Kinder.
Auch eine Stellungnahme von Gloria und ihrer Mutter aus demselben Jahr stellte klar, dass Gloria das Testament nicht angefochten habe.
Diese Episode zeigt, wie schwierig das Verhältnis zwischen öffentlicher Aufmerksamkeit und privatem Familienleben bei bekannten Persönlichkeiten sein kann. Gleichzeitig verdeutlicht sie, dass Gloria Burda selbst zu bestimmten Themen öffentlich Stellung nahm, wenn sie sich durch Berichte falsch dargestellt sah.
Gloria Burda zwischen Öffentlichkeit und eigenem Berufsweg
Heute ist Gloria Burda vor allem wegen ihrer juristischen Arbeit interessant. Ihre frühe Schauspielerfahrung ist zwar ein ungewöhnlicher Teil ihrer Biografie, doch sie wurde nicht zum Mittelpunkt ihres Berufslebens.
Viel wichtiger sind ihre juristische Ausbildung, ihre wissenschaftlichen Veröffentlichungen und ihre Beschäftigung mit Straf- und Medizinrecht. Besonders ihre Dissertation und ihre Arbeiten zur Sterbeverfügung zeigen einen klaren fachlichen Schwerpunkt.
Auch ihre akademische Tätigkeit an der Universität Wien war ein wichtiger Abschnitt. Dort arbeitete sie mit Studierenden, veröffentlichte Fachbeiträge und beschäftigte sich mit komplexen juristischen Fragen.
Ihr heutiger beruflicher Status als Richteramtsanwärterin zeigt eine weitere Entwicklung. Gleichzeitig ist es sinnvoll, bei aktuellen Angaben vorsichtig zu bleiben, weil sich berufliche Positionen ändern können und nicht alle aktuellen privaten Informationen öffentlich zugänglich sind. Der Linde Verlag führt sie derzeit in dieser Funktion.
Fazit
Gloria Burda hat einen ungewöhnlichen und vielseitigen Lebensweg. Als Tochter von Udo Jürgens wurde sie in eine bekannte österreichische Künstlerfamilie hineingeboren und stand schon als junge Frau gelegentlich im Rampenlicht. Mit ihrer Teilnahme am Wiener Opernball und ihrer Rolle als Sissi in der Produktion „Sissi – Die ganze Wahrheit“ sammelte sie erste Erfahrungen in der Öffentlichkeit.
Langfristig entschied sie sich jedoch für einen ganz anderen Weg. Sie studierte Rechtswissenschaften an der Universität Wien, sammelte praktische Erfahrungen bei Gericht und in einer Kanzlei und begann anschließend ein Doktoratsstudium.
Besonders das Strafrecht wurde zu ihrem wissenschaftlichen Schwerpunkt. Ihre Dissertation beschäftigte sich mit dem Suizid im Strafrecht, später arbeitete sie zu Themen wie Sterbeverfügung, Suizidassistenz und Medizinrecht. Ihre Dissertation wurde veröffentlicht und mit dem Ars-Iuris-Dissertationspreis ausgezeichnet.
Auch ihre Tätigkeit als Universitätsassistentin zeigt, dass sie sich nicht nur mit Forschung, sondern auch mit der Ausbildung angehender Juristen beschäftigte. Veröffentlichungen wie ihre Musterfalllösung aus dem Straf- und Strafprozessrecht dokumentieren diesen akademischen Beitrag.
Gloria Burda ist deshalb weit mehr als die Tochter eines berühmten Musikers. Ihr eigener beruflicher Weg verbindet juristische Ausbildung, wissenschaftliche Forschung und praktische Erfahrung. Gerade diese Entwicklung von einer jungen Frau aus einer bekannten Künstlerfamilie zu einer spezialisierten Juristin macht ihre Biografie besonders interessant.

