Einleitung
Gudula Blau ist eine deutsche Schauspielerin, Sängerin, Autorin und ehemalige Politikerin. Sie wurde vor allem durch ihre Filmrollen in den 1950er-Jahren bekannt und gehörte damals zu den jungen Darstellerinnen des deutschsprachigen Kinos. Zu ihren bekannten Filmen zählen „Scherben bringen Glück“, „Einmal eine große Dame sein“ und „Die Heilige und ihr Narr“, die alle 1957 entstanden. Viele Jahre später war sie außerdem in der Verfilmung von Erich Kästners „Das fliegende Klassenzimmer“ zu sehen.
Auch ihr Privatleben war mit der deutschen und österreichischen Filmgeschichte verbunden. Von 1958 bis 1962 war Gudula Blau mit dem österreichischen Schauspieler Karlheinz Böhm verheiratet. Aus dieser Ehe gingen drei Kinder hervor, darunter Kristina Böhm, die später selbst als Schauspielerin bekannt wurde. Gudula Blau hat insgesamt vier Kinder. Nach ihrer Zeit als Schauspielerin schlug sie verschiedene berufliche Wege ein und arbeitete unter anderem als Sängerin, Lektorin und Verwaltungsleiterin. Später engagierte sie sich auch politisch.
Gudula Blau und ihre frühen Jahre
Gudula Blau wurde am 22. Februar 1940 in Posen geboren, dem heutigen Poznań in Polen. Über ihre Kindheit und Jugend sind öffentlich nur wenige Einzelheiten bekannt. Ihre spätere Laufbahn zeigt jedoch, dass sie bereits als junge Frau den Weg in die Unterhaltungsbranche fand.
Ihre Schauspielkarriere begann in einer Zeit, in der der deutschsprachige Nachkriegsfilm wieder eine große Bedeutung gewann. In den 1950er-Jahren entstanden zahlreiche Unterhaltungsfilme, in denen junge Schauspielerinnen einem breiten Publikum vorgestellt wurden. Auch Gudula Blau erhielt bereits früh die Möglichkeit, vor der Kamera zu arbeiten.
Ihre Karriere als Schauspielerin war allerdings nicht auf mehrere Jahrzehnte angelegt. Sie trat zunächst in mehreren Kinofilmen auf und entfernte sich später zunehmend vom klassischen Filmgeschäft. Dadurch unterscheidet sich ihr beruflicher Weg von vielen anderen Schauspielerinnen ihrer Generation. Gudula Blau nutzte ihre Erfahrungen aus dem Showgeschäft später für weitere Tätigkeiten und entwickelte sich beruflich in verschiedene Richtungen.
Der Durchbruch im Filmjahr 1957
Das Jahr 1957 war für Gudula Blau besonders wichtig. In diesem Jahr war sie gleich in mehreren Kinofilmen zu sehen. Dazu gehörten „Scherben bringen Glück“, „Einmal eine große Dame sein“ und „Die Heilige und ihr Narr“. Die drei Produktionen gehören zu den wichtigsten Stationen ihrer frühen Filmkarriere.
In „Scherben bringen Glück“ spielte sie die Rolle der Gerti Teisinger. Der österreichische Film wurde von Ernst Marischka inszeniert. In „Einmal eine große Dame sein“ übernahm sie die Rolle der Jeannette Heider. Der Film wurde von Erik Ode inszeniert und gehört ebenfalls zum Unterhaltungsfilm der damaligen Zeit.
Eine weitere wichtige Rolle hatte Blau in „Die Heilige und ihr Narr“. Dort verkörperte sie Rosemarie. Der Film entstand unter der Regie von Gustav Ucicky. Durch diese verschiedenen Rollen wurde sie als junge Schauspielerin im deutschsprachigen Kino wahrgenommen.
Gudula Blau und „Das fliegende Klassenzimmer“
Nach ihren Filmauftritten in den 1950er-Jahren dauerte es einige Zeit, bis Gudula Blau wieder in einem bekannten Kinofilm auftrat. 1973 gehörte sie zur Besetzung von „Das fliegende Klassenzimmer“. Die Verfilmung basierte auf dem gleichnamigen Kinderroman von Erich Kästner und wurde von Werner Jacobs inszeniert.
Blau spielte Frau von Simmern. Ihr Film-Ehemann wurde von Wolfgang Schwarz dargestellt, während Daniel Müller als Ulrich von Simmern zu sehen war. Zu den weiteren bekannten Darstellern gehörten Joachim Fuchsberger, Heinz Reincke, Diana Körner und Bernd Herzsprung.
Der Film wurde in Bamberg gedreht und entstand als farbige Neuverfilmung der früheren Version von 1954. Die Geschichte handelt von Schülern eines Internats und ihren Erlebnissen mit Lehrern, Freundschaften und Konflikten. Für Gudula Blau war diese Produktion eine ihrer späteren bekannten Filmrollen.
Auch im Fernsehen trat sie gelegentlich auf. Zu ihren dokumentierten Auftritten gehören unter anderem Rollen in „Die liebe Familie“, „Ein Heim für Tiere“ und „Verkehrsgericht“. Ihre Filmografie blieb insgesamt überschaubar, zeigt aber eine Tätigkeit über mehrere Jahrzehnte hinweg.
Ehe mit Karlheinz Böhm
Ein besonders bekannter Teil der Biografie von Gudula Blau ist ihre Ehe mit Karlheinz Böhm. Der österreichische Schauspieler gehörte zu den bekanntesten deutschsprachigen Filmstars seiner Generation. Große Bekanntheit erlangte er insbesondere durch seine Darstellung des Kaiser Franz Joseph in der „Sissi“-Filmreihe mit Romy Schneider.
Gudula Blau und Karlheinz Böhm heirateten 1958. Die Ehe dauerte bis 1962. Damit war Blau nur wenige Jahre nach ihren ersten großen Filmrollen mit einem der bekanntesten Schauspieler des deutschsprachigen Kinos verheiratet.
Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor. Dazu gehören Kristina Böhm, die 1959 geboren wurde, sowie Michael Böhm und Daniela Böhm, die 1960 beziehungsweise 1961 geboren wurden. Gudula Blau ist insgesamt Mutter von vier Kindern.
Familie und Tochter Kristina Böhm
Besonders bekannt wurde später Kristina Böhm. Sie trat in die Fußstapfen ihrer Eltern und arbeitete ebenfalls als Schauspielerin. Dadurch blieb Gudula Blaus Familie auch nach ihrer eigenen aktiven Filmzeit mit der deutschen Fernseh- und Unterhaltungsbranche verbunden.
Kristina Böhm wurde 1959 geboren und war unter anderem in Fernsehproduktionen zu sehen. Die Verbindung zwischen Mutter und Tochter ist deshalb auch ein Teil der deutschen Film- und Fernsehgeschichte. Während Karlheinz Böhm vor allem als international bekannter Filmschauspieler und später als engagierter Entwicklungshelfer bekannt wurde, war Gudula Blau zunächst selbst als Schauspielerin tätig.
Die Familie von Karlheinz Böhm war insgesamt stark mit der Schauspielerei verbunden. Neben Kristina wurde später auch seine Tochter Katharina Böhm aus einer anderen Ehe eine bekannte Schauspielerin. Gudula Blaus eigene Tochter Kristina entwickelte jedoch eine eigenständige Karriere und wurde nicht ausschließlich über ihren Vater bekannt.
Gudula Blau als Sängerin
Nach ihrer frühen Filmkarriere wandte sich Gudula Blau weiteren Bereichen der Unterhaltung zu. In den 1970er-Jahren begann sie, eigene Chansons zu singen. Damit wechselte sie von der Schauspielerei in einen musikalischen Bereich.
Ein wichtiger Fernsehauftritt folgte 1974 in der beliebten Unterhaltungssendung „Dalli Dalli“ mit Hans Rosenthal. Dort stellte sie ihr erstes Lied „Das hat uns keiner gesagt“ vor. Dieser Auftritt zeigt, dass Blau auch nach ihren bekannten Filmrollen weiterhin mit der Unterhaltungsbranche verbunden blieb.
Ihre Tätigkeit als Sängerin war allerdings ebenfalls zeitlich begrenzt. Im Jahr 1985 beendete sie ihre Gesangslaufbahn. Danach begann ein neuer Abschnitt ihres Berufslebens, der weniger mit Bühne und Film und stärker mit Verwaltung, Verlag und Organisation zu tun hatte.
Berufliche Wege außerhalb der Schauspielerei
Nach dem Ende ihrer Gesangskarriere arbeitete Gudula Blau zunächst als Kundenbetreuerin und Betriebsratsvorsitzende bei Böhmler im Tal in München. Diese Tätigkeit zeigt, dass sie sich auch außerhalb der Unterhaltungsbranche beruflich engagierte.
Später wechselte sie zum Langen Müller Verlag. Dort arbeitete sie als Lektorin und im Bereich Öffentlichkeitsarbeit. Ihre Tätigkeit im Verlag passte zu ihrer späteren Arbeit als Autorin und zu ihrem Interesse an schriftstellerischen Themen.
Anschließend übernahm sie eine Verwaltungsfunktion in einer Ayurveda-Klinik in Kassel. Dort war sie bis Dezember 1998 als Verwaltungsleiterin tätig. Damit hatte sich ihr Berufsleben inzwischen weit von ihren frühen Jahren als Filmschauspielerin entfernt.
Gudula Blau als Autorin und Gründerin
Gudula Blau war nicht nur Schauspielerin und Sängerin, sondern beschäftigte sich später auch mit dem Schreiben. Im Jahr 2003 veröffentlichte sie das Buch „Worte, die die Seele heilen“. Damit kam eine weitere wichtige Facette zu ihrer Biografie hinzu.
Außerdem gründete sie die Annapurna-Seminarorganisation mit Sitz in Mittenwald. Diese Organisation wird in den biografischen Quellen als esoterisch orientiert beschrieben. Ihr späterer beruflicher Weg war damit stark von Themen geprägt, die sich von der klassischen Film- und Fernsehbranche unterschieden.
Ihre Entwicklung zeigt, dass Gudula Blau immer wieder neue berufliche Felder suchte. Sie blieb nicht dauerhaft bei einer einzigen Tätigkeit, sondern wechselte im Laufe ihres Lebens zwischen Schauspiel, Musik, Verlagsarbeit, Verwaltung, Schreiben und Seminararbeit. Diese Vielseitigkeit ist ein wesentliches Merkmal ihrer Biografie.
Politisches Engagement bei den Violetten
In den 2000er-Jahren begann für Gudula Blau außerdem ein politischer Abschnitt. 2005 gründete sie den Landesverband Bayern der Partei Die Violetten. Dort war sie zunächst Landesvorsitzende und blieb drei Jahre in dieser Funktion.
Im März 2008 wurde sie Bundesvorsitzende der Partei. Im selben Jahr trat sie bei der bayerischen Landtagswahl als Direktkandidatin im Stimmkreis München-Giesing an. Bei der Europawahl 2009 war sie ebenfalls als Kandidatin gelistet.
Im Juni 2009 beendete Blau ihre Tätigkeit als Bundesvorsitzende und trat aus der Partei aus. Damit endete ihre politische Laufbahn bei den Violetten. Ihre politische Tätigkeit war nur ein Abschnitt ihres langen Lebens und folgte auf mehrere Jahrzehnte in Film, Musik, Verlagswesen und Verwaltung.
Fazit: Das vielseitige Leben von Gudula Blau
Gudula Blau hat einen ungewöhnlich vielseitigen Lebensweg. Sie begann als junge Schauspielerin und wurde in den 1950er-Jahren durch mehrere Kinofilme bekannt. Besonders ihre Rollen in „Scherben bringen Glück“, „Einmal eine große Dame sein“ und „Die Heilige und ihr Narr“ machten sie zu einer bekannten Nachwuchsdarstellerin dieser Zeit. Später war sie unter anderem in „Das fliegende Klassenzimmer“ zu sehen.
Auch ihr Privatleben war eng mit der Filmgeschichte verbunden. Von 1958 bis 1962 war sie mit Karlheinz Böhm verheiratet. Aus dieser Ehe gingen drei Kinder hervor, darunter Kristina Böhm, die später selbst Schauspielerin wurde.
Nach ihrer Filmkarriere beschränkte sich Gudula Blau jedoch nicht auf das Showgeschäft. Sie wurde Sängerin, trat bei „Dalli Dalli“ auf, arbeitete im Verlag und in der Verwaltung, veröffentlichte ein Buch und gründete eine Seminarorganisation. Später engagierte sie sich politisch und wurde Bundesvorsitzende der Violetten. Ihr Lebensweg verbindet damit Film, Musik, Familie, Literatur, Beruf und Politik und macht sie zu einer interessanten Persönlichkeit der deutschen Nachkriegsgeschichte.

