Einleitung
Katharina Schmid, die bis zu ihrer Hochzeit unter dem Namen Katharina Althaus bekannt war, gehört zu den erfolgreichsten deutschen Skispringerinnen der vergangenen Jahre. Die am 23. Mai 1996 in Oberstdorf geborene Sportlerin gewann in ihrer Karriere sieben Weltmeistertitel, zwei olympische Silbermedaillen und 19 Weltcupspringen. Über fast 15 Jahre gehörte sie zur internationalen Spitze und erlebte dabei die Entwicklung des Frauen-Skispringens von einer noch jungen Disziplin zu einem festen Bestandteil des Wintersports.
Ihre sportliche Laufbahn begann bereits im Kindesalter. Mit sechs Jahren kam sie durch ihren älteren Bruder Daniel zum Skispringen. Schon als Jugendliche zeigte sie großes Talent und schaffte den Sprung in internationale Wettbewerbe. Mit 15 Jahren stand sie erstmals im Weltcup. Ihr Karriereende im März 2026 markierte deshalb nicht nur den Abschied einer erfolgreichen Athletin, sondern auch das Ende einer außergewöhnlich langen Zeit im Spitzensport.
Kindheit und erste Schritte im Skispringen
Katharina Schmid stammt aus Oberstdorf im Allgäu, einem Ort mit großer Wintersporttradition. Die Nähe zu den Schanzen und die sportliche Umgebung boten ideale Voraussetzungen für ihre Entwicklung. Als Kind interessierte sie sich zunächst über ihren Bruder für das Skispringen. Was mit sechs Jahren begann, wurde schnell zu einer ernsthaften sportlichen Leidenschaft.
Beim SC Oberstdorf erhielt sie die Möglichkeit, ihr Talent weiterzuentwickeln. Bereits 2008 trat sie im Continental Cup an. Dort sammelte sie wichtige internationale Erfahrungen und lernte, mit Wettkampfdruck und Reisen umzugehen. Für eine junge Sportlerin bedeutete dies den Einstieg in eine Welt, die später einen großen Teil ihres Lebens bestimmen sollte.
Ihr Weltcupdebüt folgte am 3. Dezember 2011 in Lillehammer. Schmid war damals erst 15 Jahre alt und belegte den 33. Platz. Dieser erste Wettkampf war sportlich noch kein großer Erfolg, stellte aber den Beginn ihrer langen Weltcupkarriere dar. Fast 15 Jahre später sollte ausgerechnet Lillehammer mit sieben Weltcupsiegen zu einem ihrer erfolgreichsten Orte werden.
Von Katharina Althaus zu Katharina Schmid
Viele Jahre war die Sportlerin unter ihrem Geburtsnamen Katharina Althaus bekannt. Unter diesem Namen feierte sie die wichtigsten Erfolge ihrer frühen Karriere. Im Mai 2023 heiratete sie Patrick Schmid und nahm anschließend den Familiennamen Schmid an. Seitdem trat sie auch im Sport offiziell als Katharina Schmid auf.
Die Namensänderung fällt in eine besonders erfolgreiche Phase ihrer Laufbahn. Wenige Wochen vor ihrer Hochzeit hatte sie bei den Nordischen Skiweltmeisterschaften 2023 in Planica drei Goldmedaillen gewonnen. Damit wurde das Jahr 2023 zu einem der wichtigsten Kapitel ihrer Karriere.
Patrick Schmid stammt ebenfalls aus einer Wintersportfamilie. Er ist der Bruder des deutschen Nordischen Kombinierers Julian Schmid. Die Verbindung zu einer sportlich geprägten Familie passte damit zu Katharinas eigener Lebensgeschichte, die seit ihrer Kindheit eng mit dem Wintersport verbunden war. Ihr Privatleben hielt die Athletin dennoch weitgehend aus der Öffentlichkeit heraus.
Der Durchbruch bei den Olympischen Spielen 2018
Ein entscheidender Höhepunkt kam bei den Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang. Katharina Althaus gewann auf der Normalschanze die Silbermedaille und wurde damit endgültig zu einer der bekanntesten deutschen Skispringerinnen. Gold ging damals an die Norwegerin Maren Lundby.
Die Silbermedaille war besonders bedeutend, weil sie Althaus erstmals bei Olympischen Spielen auf das Podium brachte. Sie hatte bereits 2014 in Sotschi an den Winterspielen teilgenommen und dort Platz 23 erreicht. Zwischen ihrer ersten Olympia-Teilnahme und der Medaille von Pyeongchang lagen damit nur vier Jahre.
Für Schmid selbst blieb Pyeongchang ein besonderer Ort. Sie erinnerte sich später an die besondere Atmosphäre und das Gefühl, dass dort sportlich und persönlich vieles zusammenpasste. Der olympische Erfolg machte sie zu einer festen Größe im deutschen Wintersport.
Zweite olympische Silbermedaille in Peking
Vier Jahre nach Pyeongchang gelang Katharina Althaus ein weiterer olympischer Erfolg. Bei den Winterspielen 2022 in Peking gewann sie erneut Silber auf der Normalschanze. Damit wurde sie zweimalige olympische Einzel-Vizeweltmeisterin beziehungsweise zweifache olympische Silbermedaillengewinnerin.
Dass sie nach vier Jahren erneut eine olympische Medaille gewann, zeigte ihre außergewöhnliche Konstanz. In einer Sportart, in der Form, Wind, Material und Tagesleistung eine große Rolle spielen, ist es besonders schwierig, über mehrere Olympische Zyklen hinweg an der Weltspitze zu bleiben.
Allerdings waren die Spiele in Peking wegen der Corona-Pandemie von besonderen Bedingungen geprägt. Die eingeschränkten Möglichkeiten für Begegnungen und die allgemeine Situation machten das olympische Erlebnis für viele Sportler anders als bei früheren Spielen. Für Schmid blieb die Silbermedaille trotzdem ein wichtiger Teil ihrer Karriere.
Die Weltmeisterschaften 2023 als Karrierehöhepunkt
Der wohl größte sportliche Höhepunkt von Katharina Schmids Karriere waren die Nordischen Skiweltmeisterschaften 2023 in Planica. Dort gewann sie drei Goldmedaillen und eine Bronzemedaille. Sie wurde Weltmeisterin im Einzel auf der Normalschanze und holte außerdem Gold mit dem deutschen Frauenteam sowie im Mixed-Team.
Besonders wichtig war ihr Einzeltitel. Vor 2023 hatte Schmid bei großen internationalen Einzelwettbewerben mehrfach Silber gewonnen. Bei Olympia 2018 und 2022 hatte sie jeweils den zweiten Platz erreicht, und auch bei der Weltmeisterschaft 2019 war sie Einzel-Vizeweltmeisterin geworden.
In Planica konnte sie diese Serie beenden. Der Weltmeistertitel im Einzel war der Beweis, dass sie nicht nur regelmäßig auf dem Podium stehen, sondern auch einen großen Einzelwettbewerb gewinnen konnte. Die drei Goldmedaillen machten die Weltmeisterschaft 2023 zu einem außergewöhnlichen Erfolg in ihrer Karriere.
Sieben Weltmeistertitel und 19 Weltcupsiege
Insgesamt gewann Katharina Schmid sieben Weltmeistertitel. Ihre Erfolge verteilten sich auf Einzel-, Team- und Mixed-Wettbewerbe. Bereits 2015 gewann sie mit dem deutschen Mixed-Team Gold in Falun. 2019 folgten weitere Weltmeistertitel mit der Frauen- und Mixed-Mannschaft in Seefeld. 2021 gewann sie erneut Gold im Mixed-Team in Oberstdorf. 2023 kamen drei weitere Titel hinzu.
Auch im Weltcup war ihre Bilanz beeindruckend. Sie gewann insgesamt 19 Einzelwettbewerbe. Besonders erfolgreich war sie in Lillehammer, wo sie sieben ihrer Weltcupsiege feiern konnte. In der Gesamtwertung des Weltcups erreichte sie dreimal den zweiten Platz, nämlich in den Saisons 2017/18, 2018/19 und 2022/23.
Diese Zahlen zeigen, wie lange Schmid auf höchstem Niveau aktiv war. Sie war nicht nur bei einzelnen Großereignissen erfolgreich, sondern konnte ihre Leistungen auch über komplette Weltcupsaisons hinweg bestätigen.
Eine wichtige Athletin für das Frauen-Skispringen
Katharina Schmids Karriere verlief parallel zur zunehmenden Entwicklung des Frauen-Skispringens. Als sie ihre ersten internationalen Wettbewerbe bestritt, war die Disziplin noch deutlich jünger als das Männer-Skispringen. Im Laufe ihrer Karriere wurden die Wettbewerbe umfangreicher und die sportlichen Möglichkeiten für Frauen größer.
Schmid gehörte zu den Athletinnen, die diese Entwicklung selbst miterlebten. Sie startete bereits mit 15 Jahren im Weltcup und blieb bis 2026 aktiv. Dadurch sammelte sie Erfahrungen über mehrere Generationen hinweg und wurde zu einer wichtigen Figur für den deutschen Skisprungsport.
Ein besonderer Schritt kam am Ende ihrer Karriere mit dem Skifliegen. Am 22. März 2026 erreichte Schmid laut ihrer offiziellen Karrierestatistik eine persönliche Bestweite von 204 Metern. Damit übertraf sie erstmals die Marke von 200 Metern. Dieser Flug war ein bemerkenswerter Abschluss ihrer langen sportlichen Laufbahn.
Olympia 2026 und der Abschied vom Leistungssport
Die Olympischen Winterspiele 2026 in Mailand und Cortina waren für Katharina Schmid ein besonders emotionales Ereignis. Sie wurde gemeinsam mit Eishockey-Star Leon Draisaitl zur deutschen Fahnenträgerin gewählt. Damit war sie die erste Skispringerin, die bei einer deutschen Olympia-Eröffnungsfeier die Fahne tragen durfte.
Sportlich verliefen ihre letzten Olympischen Spiele allerdings nicht so erfolgreich wie erhofft. Auf der Normalschanze belegte sie Platz 16. Im Großschanzenwettbewerb kam sie auf Rang 42 und verpasste den zweiten Durchgang. Damit endete ihr olympisches Kapitel ohne eine weitere Medaille.
Trotzdem blieb die Bedeutung dieser Spiele für ihre Karriere groß. Sie konnte die deutsche Fahne tragen und ihren letzten olympischen Auftritt mit Familie und Freunden erleben. Nach den Spielen stand fest, dass die Saison 2025/26 ihre letzte sein würde.
Karriereende und Pläne für die Zukunft
Am 26. März 2026 berichtete Team Deutschland, dass Schmid ihre letzten Tage als aktive Skispringerin bewusst genießen wollte. Ihr letzter Weltcup-Start fand am 28. März 2026 in Planica statt. Es war ihr 286. Weltcup-Einsatz. Damit verabschiedete sie sich nach fast 15 Jahren aus dem internationalen Weltcup.
Planica war dafür ein besonders passender Ort. Bei der Weltmeisterschaft 2023 hatte Schmid dort den größten Erfolg ihrer Karriere gefeiert. Drei Jahre später kehrte sie zurück, um ihre aktive Laufbahn genau an diesem Ort zu beenden.
Für die Zeit nach dem Leistungssport hat Schmid bereits neue Vorstellungen. Sie absolvierte eine C-Trainer-Lizenz und kann sich vorstellen, künftig im Nachwuchsbereich zu arbeiten. Ihre Erfahrung könnte für junge Skispringerinnen besonders wertvoll sein, da sie selbst den gesamten Weg vom Nachwuchs bis zur Weltmeisterin gegangen ist.
Auch außerhalb des Sports möchte sie neue Schwerpunkte setzen. Während ihrer aktiven Zeit sprach sie über ihren Wunsch nach mehr Zeit für Familie und persönliche Interessen. Dazu gehören unter anderem Aktivitäten in ihrer Heimatregion. Ihr Abschied vom Skispringen bedeutet deshalb nicht das Ende ihrer Verbindung zum Sport, sondern den Beginn eines neuen Lebensabschnitts.
Fazit
Katharina Schmid hat das deutsche Frauen-Skispringen über viele Jahre geprägt. Geboren am 23. Mai 1996 in Oberstdorf, begann sie bereits als Kind mit dem Skispringen und stand mit 15 Jahren erstmals im Weltcup. Aus der talentierten Nachwuchssportlerin wurde eine siebenfache Weltmeisterin, zweifache olympische Silbermedaillengewinnerin und 19-fache Weltcupsiegerin.
Besonders die Weltmeisterschaften 2023 in Planica bleiben als Höhepunkt ihrer Karriere in Erinnerung. Drei Goldmedaillen und eine Bronzemedaille machten dieses Ereignis zu einem der erfolgreichsten Auftritte ihrer Laufbahn. Ihr letzter großer olympischer Moment folgte 2026, als sie gemeinsam mit Leon Draisaitl die deutsche Fahne bei der Eröffnungsfeier tragen durfte.
Mit ihrem letzten Weltcup in Planica endete im März 2026 eine fast 15 Jahre dauernde Weltcupkarriere. Katharina Schmid hinterlässt nicht nur eine beeindruckende Medaillensammlung, sondern auch ein Beispiel für sportliche Ausdauer, Beständigkeit und die Entwicklung des Frauen-Skispringens. Ihr Name wird deshalb auch nach dem Ende ihrer aktiven Laufbahn eng mit der Geschichte dieser Sportart verbunden bleiben.

