Einleitung
Serhat Çokgezen ist ein deutscher Schauspieler mit türkischen Wurzeln, der vor allem durch seine langjährige Rolle als Polizeimeister Tarik Coban in der ZDF-Serie „Notruf Hafenkante“ bekannt wurde. Seine Karriere verbindet deutsche und türkische Film- und Fernsehproduktionen. Dabei arbeitete er nicht nur vor der Kamera, sondern sammelte auch umfangreiche Erfahrungen auf der Theaterbühne. Neben seiner Schauspielerei ist Çokgezen als Gastronom tätig und betreibt in Köln ein türkisches Restaurant. Seine Laufbahn zeigt damit eine ungewöhnliche Verbindung aus Schauspiel, Fernsehen, Theater, türkischer Kultur und seiner Leidenschaft für gutes Essen.
Herkunft und Kindheit von Serhat Çokgezen
Serhat Çokgezen wurde am 22. Januar 1984 im Dürener Stadtteil Birkesdorf in Nordrhein-Westfalen geboren. Er wuchs im Rheinland auf und besuchte in Düren zunächst die Kaufmännischen Schulen des Kreises Düren. Sein ursprünglicher Bildungsweg war damit zunächst nicht auf eine Karriere als Schauspieler ausgerichtet. Trotzdem entwickelte sich schon früh eine starke Begeisterung für die Schauspielerei.
Die Entscheidung für den Schauspielberuf war schließlich stärker als der Wunsch nach einem klassischen kaufmännischen Berufsweg. Nach seiner schulischen Ausbildung wandte sich Çokgezen deshalb professionell dem Theater und der Schauspielerei zu. Seine Herkunft aus Deutschland und seine türkischen familiären Wurzeln wurden später zu einem wichtigen Bestandteil seiner beruflichen Laufbahn. Er konnte dadurch sowohl im deutschen als auch im türkischen Kultur- und Medienbereich arbeiten.
Schauspielausbildung in Köln
Von 2002 bis 2005 absolvierte Serhat Çokgezen seine professionelle Schauspielausbildung an der Arturo Schauspielschule in Köln. Die Ausbildung legte die Grundlage für seine spätere Arbeit bei Film, Fernsehen und Theater. Schon während seiner Ausbildungszeit sammelte er praktische Bühnenerfahrungen und war nicht nur auf die reine Ausbildung im Unterricht beschränkt.
Am Arturo-Theater spielte er unter anderem Ferdinand in William Shakespeares „Der Sturm“. Im Jahr 2004 trat er außerdem im Orangerie-Theater im Kölner Volksgarten auf. Dort übernahm er die Rolle Kebab in Nigel Williams’ Theaterstück „Klassenfeind“. Diese frühen Aufgaben waren für seine Entwicklung wichtig, weil er dadurch bereits vor seinem Abschluss Erfahrungen mit unterschiedlichen Figuren, Texten und Regieformen sammeln konnte.
Nach dem Abschluss seiner Ausbildung blieb Çokgezen zunächst der Theaterarbeit verbunden. In der Spielzeit 2005/06 erhielt er ein festes Engagement am Landestheater Schwaben in Memmingen. Dort spielte er unter anderem Mogli in „Das Dschungelbuch“, Don Carlos de Histangua in Georges Feydeaus „Floh im Ohr“ und Hauptmann Deveroux in „Wallenstein“. Die unterschiedlichen Rollen zeigten bereits früh seine Fähigkeit, zwischen verschiedenen Genres und Charakteren zu wechseln.
Der Schritt nach Istanbul
Nach seinen ersten professionellen Erfahrungen in Deutschland zog es Serhat Çokgezen nach Istanbul. Von 2006 bis 2007 studierte beziehungsweise absolvierte er eine weitere professionelle Ausbildung an der TÜRVAK-Akademie für Kino, Film und Fernsehen. Damit wollte er seine schauspielerische Arbeit auch in türkischer Sprache weiterentwickeln und seine Kenntnisse im Bereich Film und Fernsehen vertiefen.
Istanbul wurde zu einem wichtigen Abschnitt seiner Karriere. Neben seiner Ausbildung arbeitete Çokgezen dort auch als Schauspieler und war an verschiedenen Theaterproduktionen beteiligt. Er konnte dadurch praktische Erfahrungen in einer weiteren Film- und Theaterlandschaft sammeln. Gleichzeitig entwickelte er sich zu einem Schauspieler, der sich problemlos zwischen deutschen und türkischen Produktionen bewegen konnte.
Schon während dieser Phase folgten erste Fernsehrollen in der Türkei. Zu seinen frühen Produktionen gehören unter anderem „Arka Sokaklar“, „Pusat“ und „Dantel“. In „Pusat“ übernahm er die Rolle Poyraz und erhielt damit eine größere Aufgabe innerhalb einer türkischen Fernsehproduktion. Auch auf der Theaterbühne in Istanbul war er 2007 und 2008 aktiv.
Erste Erfahrungen bei Film und Fernsehen
Seine Karriere entwickelte sich zunächst parallel in der Türkei und in Deutschland. Ein wichtiger Schritt war seine Beteiligung an dem türkischen Kinofilm „Kanımdaki Barut“ aus dem Jahr 2009. In dem Film spielte er die Rolle Yasar. Außerdem wirkte er laut einer ZDF-Pressebiografie in mehr als 20 türkischen Werbespots mit.
Auch seine Stimme setzte Çokgezen schon früh beruflich ein. 2006 sprach er in der westdeutschen Hörspielproduktion „Schnee am Bosporus“, die auf dem Kriminalroman von Celil Oker basiert, die Figur Firat. Dadurch sammelte er neben Theater, Film und Fernsehen auch Erfahrung in einem Bereich, bei dem ausschließlich Stimme und Ausdruckskraft im Mittelpunkt stehen.
Diese unterschiedlichen Tätigkeiten bildeten die Grundlage für seine spätere Karriere in Deutschland. Çokgezen hatte zu diesem Zeitpunkt bereits Erfahrungen mit Theater, türkischen Fernsehserien, Kinofilmen, Werbung und Hörspielproduktionen gesammelt. Der entscheidende Durchbruch sollte jedoch erst mit einer deutschen Fernsehserie kommen.
Bekannt durch Notruf Hafenkante
Für ein breites deutsches Publikum wurde Serhat Çokgezen vor allem durch „Notruf Hafenkante“ bekannt. In der ZDF-Serie spielte er den Polizeimeister Tarik Coban. Die Rolle verkörperte einen deutsch-türkischen Polizisten und wurde über viele Jahre zu seinem wichtigsten Fernsehauftritt.
Die ZDF-Presseunterlagen führen Çokgezen seit 2011 als Darsteller des Polizeimeisters Tarik Coban. Die deutsche Wikipedia nennt den Zeitraum von März 2011 bis April 2018 als seine durchgehende Serienhauptrolle. Sein aktuelles Schauspielerprofil führt die Serie ebenfalls mit 2010/2011 bis 2018, während IMDb die Rolle mit 2011 bis 2020 und insgesamt 178 Episoden aufführt. Die unterschiedlichen Daten zeigen, dass Filmografien den Zeitraum nicht vollständig einheitlich dokumentieren.
Die Figur Tarik Coban wurde dennoch eindeutig zum bekanntesten Abschnitt seiner bisherigen Karriere. Durch die regelmäßige Ausstrahlung der Serie erreichte Çokgezen ein großes Fernsehpublikum. Seine Rolle verband den Polizeialltag mit einer deutsch-türkischen Lebensgeschichte und passte damit auch zu Çokgezens eigener kultureller Verbindung.
Weitere Rollen im deutschen Fernsehen
Auch nach seinem Erfolg mit „Notruf Hafenkante“ blieb Serhat Çokgezen dem deutschen Fernsehen verbunden. Er übernahm verschiedene Gast- und Nebenrollen in bekannten Produktionen. Dazu gehörte 2014 der „Tatort – Mord ist die beste Medizin“. Im selben Jahr war er in „Mordkommission Istanbul – Der Broker vom Bosporus“ als Cem zu sehen.
2015 folgte eine Rolle in „Heldt“. Dort spielte er Ibrahim Al Shaar. In „SOKO Köln“ übernahm er 2020 die Rolle des Dr. Mehmet Tekdemir. Außerdem war er in der Serie „Unter uns“ als Dr. Tarkan Yildirim zu sehen. Seine Filmografie zeigt damit, dass er nicht auf eine einzige bekannte Serienfigur festgelegt blieb, sondern auch nach „Notruf Hafenkante“ verschiedene Rollen übernahm.
In jüngerer Zeit kamen weitere Produktionen hinzu. Besonders „A Better Place“ gehört zu seinen neueren Arbeiten. In der Serie spielte Çokgezen die Figur Herr Bektaş. Die Produktion wurde für WDR, ARD/Degeto und Canal+ hergestellt. Die Serie umfasst acht Folgen, in denen Çokgezen als Herr Bektaş aufgeführt wird.
Serhat Çokgezen zwischen deutscher und türkischer Kultur
Ein besonderer Aspekt seiner Karriere ist die Verbindung zwischen Deutschland und der Türkei. Çokgezen wurde in Deutschland geboren und wuchs im Rheinland auf. Gleichzeitig absolvierte er einen Teil seiner professionellen Ausbildung in Istanbul und arbeitete dort bereits in verschiedenen Fernseh- und Theaterproduktionen.
Auch seine Sprachkenntnisse spiegeln diese Verbindung wider. Sein aktuelles Schauspielerprofil nennt Deutsch und Türkisch als muttersprachliche Sprachen sowie Englisch als weitere Sprache. Zusätzlich werden Kölsch und Berlinerisch als Dialekte aufgeführt. Damit verfügt er über sprachliche und kulturelle Voraussetzungen, die für unterschiedliche Rollen in deutschen und türkischen Produktionen hilfreich sind.
Sein beruflicher Weg zeigt außerdem, dass er sich nicht ausschließlich auf einen bestimmten Markt konzentriert hat. Seine frühen Rollen in türkischen Produktionen waren ebenso Teil seiner Entwicklung wie die späteren deutschen Fernsehrollen. Gerade diese Verbindung ist ein wiederkehrendes Element seiner Biografie.
Restaurant Artistanbul und Leidenschaft für das Kochen
Neben seiner Tätigkeit als Schauspieler widmet sich Serhat Çokgezen auch der Gastronomie. In Köln betreibt er das türkische Restaurant Artistanbul. Das Restaurant wurde auch in der regionalen Presse im Zusammenhang mit seiner Schauspielkarriere vorgestellt. Der Kölner Stadt-Anzeiger bezeichnete ihn als Besitzer des Restaurants und berichtete über das Konzept und seine Verbindung zur türkischen Küche.
Die Gastronomie ist für Çokgezen mehr als eine reine Nebentätigkeit. Kochen gehört zu seinen persönlichen Interessen und bietet ihm eine Möglichkeit, seine kulturellen Wurzeln mit seiner Arbeit in Köln zu verbinden. Das Restaurant bringt damit zwei wichtige Bereiche seines Lebens zusammen: seine Verbindung zur Türkei und seinen Lebensmittelpunkt in Deutschland.
Auch sein aktuelles Schauspielerprofil verweist auf seine Leidenschaft für das Kochen. Dort wird beschrieben, dass er außerhalb von Dreharbeiten gerne Gerichte zubereitet. Damit zeigt sich eine weitere Seite des Schauspielers, die über seine bekannten Fernsehrollen hinausgeht.
Privatleben und aktueller beruflicher Weg
Serhat Çokgezen lebt in Köln und hält viele Einzelheiten seines Privatlebens aus der Öffentlichkeit heraus. Bekannt ist vor allem seine Verbindung zur Gastronomie und sein beruflicher Alltag als Schauspieler. Im Mittelpunkt seiner öffentlichen Biografie stehen deshalb vor allem seine Rollen, seine Ausbildung und seine Arbeit zwischen Deutschland und der Türkei.
Sein aktuelles Schauspielerprofil zeigt, dass er weiterhin für neue Produktionen zur Verfügung steht. Neben seiner Tätigkeit vor der Kamera werden dort auch Fähigkeiten wie Stand-up-Comedy, Synchronarbeit und Barkeeper-Erfahrung genannt. Außerdem werden verschiedene sportliche und künstlerische Fähigkeiten aufgeführt. Das unterstreicht, wie breit sein berufliches Profil angelegt ist.
Auch nach seiner langen Zeit bei „Notruf Hafenkante“ ist Çokgezen damit weiterhin als Schauspieler aktiv. Produktionen wie „A Better Place“ und „Doppelhaushälfte“ zeigen, dass er unterschiedliche Rollen im deutschen Fernsehen übernimmt. Gleichzeitig bleibt die Gastronomie ein wichtiger Bestandteil seines Lebens in Köln.
Fazit: Ein vielseitiger Schauspieler mit zwei kulturellen Wurzeln
Serhat Çokgezen hat einen vielseitigen Weg vom jungen Schauspielschüler in Köln zu einem bekannten deutschen Fernsehdarsteller zurückgelegt. Seine Ausbildung an der Arturo Schauspielschule, seine Theaterzeit in Memmingen und seine weitere Ausbildung in Istanbul bildeten wichtige Stationen seiner Karriere. Anschließend sammelte er Erfahrungen in türkischen Serien und Filmen, bevor ihm mit „Notruf Hafenkante“ der große Durchbruch in Deutschland gelang.
Als Polizeimeister Tarik Coban wurde er über viele Jahre einem breiten Publikum bekannt. Gleichzeitig arbeitete er in Produktionen wie „Tatort“, „Heldt“, „SOKO Köln“, „A Better Place“ und „Doppelhaushälfte“. Seine Arbeit zeigt, dass er sowohl im deutschen als auch im türkischen Kulturraum zu Hause ist.
Neben der Schauspielerei hat Çokgezen mit dem Restaurant Artistanbul eine weitere berufliche Leidenschaft entwickelt. Schauspiel, Theater, Gastronomie sowie seine Verbindung zur deutschen und türkischen Kultur prägen damit die wichtigsten Stationen seines bisherigen Lebens.

