Einleitung
Birgit Schanzen gehört zu den deutschen Journalistinnen und Fernsehmoderatorinnen, die das regionale Fernsehen im Norden über viele Jahre mitgeprägt haben. Besonders eng ist ihr Name mit dem Norddeutschen Rundfunk, kurz NDR, verbunden. Ein großer Teil ihrer Bekanntheit entstand durch das Hamburger Magazin „Rund um den Michel“, dessen Idee von ihr stammt und das sie ab seiner ersten Ausstrahlung 1991 moderierte.
Ihre Karriere ist jedoch nicht auf ihre Zeit vor der Kamera beschränkt. Schanzen arbeitete im Laufe der Jahre zunehmend redaktionell und übernahm Verantwortung für Reportagen und andere Fernsehproduktionen. Ihre berufliche Entwicklung zeigt deshalb den Wandel von einer bekannten Moderatorin zu einer erfahrenen Journalistin und Redaktionsleiterin.
Auch ihr Privatleben wurde zeitweise von den Medien beachtet. Besonders bekannt wurde ihre Ehe mit dem Journalisten und langjährigen „Tagesthemen“-Moderator Ulrich Wickert. Dennoch steht bei ihrer Biografie vor allem ihre jahrzehntelange Arbeit für den NDR im Mittelpunkt.
Der Beginn ihrer journalistischen Laufbahn
Birgit Schanzen wurde 1958 geboren. Über ihre Kindheit und ihre privaten Ausbildungsjahre sind öffentlich nur wenige detaillierte Informationen bekannt. Ihre öffentliche Biografie konzentriert sich hauptsächlich auf ihre berufliche Tätigkeit beim NDR.
Der Einstieg in den Fernsehjournalismus führte sie schließlich zum NDR-Fernsehen. Dort entwickelte sie sich zu einer Moderatorin, die besonders für regionale Themen und Geschichten aus Hamburg bekannt wurde.
Regionaljournalismus unterscheidet sich in vieler Hinsicht von nationalen Nachrichtensendungen. Es geht nicht ausschließlich um politische Entscheidungen oder große Ereignisse, sondern auch um Menschen, Stadtteile, kulturelle Entwicklungen, ungewöhnliche Berufe und Geschichten aus dem Alltag.
Gerade Hamburg bot dafür ein besonders vielfältiges Umfeld. Die Stadt verbindet Hafen und Handel mit Kultur, Musik, Architektur, Politik und einer sehr unterschiedlichen Bevölkerung. Schanzen konnte diese Vielfalt in ihrer journalistischen Arbeit aufgreifen.
„Rund um den Michel“ und der große Durchbruch
Der entscheidende Schritt in Birgit Schanzens Karriere war die Entwicklung von „Rund um den Michel“. Das Magazin wurde am 4. Januar 1991 erstmals ausgestrahlt. Schanzen war die Ideengeberin und zugleich die erste Moderatorin der Sendung.
Das Konzept konzentrierte sich auf Hamburg und seine Bewohner. Die Sendung wollte nicht nur aktuelle Nachrichten präsentieren, sondern vor allem interessante, unterhaltsame und manchmal ungewöhnliche Geschichten aus dem Leben der Hansestadt erzählen.
Der Titel „Rund um den Michel“ nimmt Bezug auf die Hauptkirche St. Michaelis, die zu den bekanntesten Wahrzeichen Hamburgs gehört. Die Grundidee orientierte sich teilweise an dem früheren NDR-Format „Rund um Big Ben“, das Geschichten aus London präsentierte.
Schanzen moderierte die Sendung von 1991 bis 1999 und prägte damit ihre erste große Entwicklungsphase. Das Magazin wurde zu einem festen Bestandteil des regionalen NDR-Programms und erreichte zeitweise etwa 500.000 Zuschauer.
Die besondere Mischung aus Information und Unterhaltung
„Rund um den Michel“ war von Anfang an anders aufgebaut als eine klassische Nachrichtensendung. Im Mittelpunkt standen Menschen und Geschichten. Dadurch konnte das Format sowohl informieren als auch unterhalten.
Die Beiträge zeigten beispielsweise besondere Hamburger Persönlichkeiten, interessante Arbeitsplätze, kulturelle Themen und ungewöhnliche Ereignisse. Das Format gab dem Publikum die Möglichkeit, die eigene Stadt aus einer anderen Perspektive kennenzulernen.
Diese Nähe zum Alltag war ein wichtiger Grund für die Popularität der Sendung. Zuschauer konnten Orte und Menschen wiedererkennen, gleichzeitig aber auch neue Seiten Hamburgs entdecken.
Das grundlegende Konzept ist bis heute erhalten geblieben. Der NDR beschreibt „Rund um den Michel“ weiterhin als Entdeckungsreise durch Hamburg. Im Mittelpunkt stehen Menschen, die die Stadt mit Leidenschaft und Kreativität prägen, sowie besondere Orte und Geschichten.
Damit lebt eine Idee weiter, an der Birgit Schanzen zu Beginn der 1990er-Jahre maßgeblich beteiligt war.
Die Veränderung des Formats
Im Jahr 1998 wurde „Rund um den Michel“ grundlegend verändert. Das neue Motto lautete „Von Hamburg in die Welt“. Schanzen und ihr Team porträtierten nun ehemalige Hamburger, die im Ausland lebten und sich dort eine neue Existenz aufgebaut hatten.
Die Veränderung zeigte, dass regionale Identität nicht zwangsläufig an einen bestimmten Ort gebunden sein muss. Menschen können Hamburg verlassen und trotzdem ihre Verbindung zur Stadt behalten.
Zu Beginn des Jahres 2000 übernahm Victoria Voncampe die Moderation. Das Format kehrte anschließend wieder stärker zu seinen ursprünglichen Hamburger Themen zurück und wurde später live moderiert.
Schanzen selbst beendete damit ihre langjährige Tätigkeit als Moderatorin des Magazins. Ihr beruflicher Weg beim NDR ging jedoch weiter und verlagerte sich zunehmend hinter die Kamera.
Vom Bildschirm in die Redaktion
Der Wechsel von der Moderation zur redaktionellen Arbeit war ein wichtiger Schritt in Schanzens Karriere. Als Redakteurin konnte sie ihre Erfahrungen aus vielen Jahren regionaler Fernsehberichterstattung nutzen und stärker an der Entwicklung von Themen und Sendungen mitarbeiten.
Ein NDR-Geschäftsbericht aus dem Jahr 2008 führte Schanzen im Bereich „Kultur und Magazine“ des Fernsehens.
Später übernahm sie bei verschiedenen Produktionen auch Aufgaben als Redaktionsleiterin. In dieser Funktion war sie nicht mehr nur für einzelne Beiträge verantwortlich, sondern konnte die journalistische Ausrichtung ganzer Reportageprojekte mitbestimmen.
Diese Entwicklung ist besonders interessant, weil sie zeigt, dass Schanzens Bedeutung beim NDR nicht mit ihrer Zeit als bekannte Moderatorin endete.
Arbeit an Reportagen und Dokumentationen
In späteren Jahren war Birgit Schanzen an zahlreichen NDR-Produktionen beteiligt. Ihre Tätigkeiten umfassten unter anderem die Arbeit als Redakteurin und Redaktionsleiterin bei Reportagereihen wie „Die Nordreportage“, „Die Nordstory“ und „Wie geht das?“.
Zu den Produktionen, bei denen sie als Redakteurin oder Redaktionsleiterin genannt wird, gehören unter anderem Beiträge über die Hamburger HafenCity, Hochwasserschutz an der Elbe, die Rickmer Rickmers, Abfallverwertung und verschiedene gesellschaftliche Themen.
Auch in jüngeren NDR-Produktionen ist ihr Name weiterhin mit redaktioneller Arbeit verbunden. Bei der 2025 ausgestrahlten „Nordreportage: Die Radiomacher – Programm für eine Großstadt“ wird Birgit Schanzen als Redakteurin aufgeführt. Die Reportage begleitet den Arbeitsalltag von NDR 90,3 und zeigt, wie regionale Radioprogramme entstehen.
Damit reicht ihre berufliche Tätigkeit weit über ihre bekannte Moderationszeit der 1990er-Jahre hinaus.
Ihre Bedeutung für den regionalen Journalismus
Birgit Schanzens Karriere zeigt, wie wichtig regionale Medien für die Darstellung einer Stadt und ihrer Bevölkerung sein können. Während nationale Nachrichtensendungen häufig große politische oder gesellschaftliche Entwicklungen behandeln, können regionale Magazine viel näher am Alltag der Menschen arbeiten.
„Rund um den Michel“ war dafür ein gutes Beispiel. Das Format verband Information und Unterhaltung und machte Geschichten sichtbar, die in einer klassischen Nachrichtensendung möglicherweise keinen Platz gefunden hätten.
Diese journalistische Philosophie findet sich auch in heutigen NDR-Produktionen wieder. Die aktuellen Ausgaben von „Rund um den Michel“ behandeln beispielsweise Familiengeschichten, St. Pauli, Traditionsbetriebe, Hafenberufe, Kultur und ungewöhnliche Lebensgeschichten.
Das zeigt, dass die Grundidee einer persönlichen und vielseitigen Betrachtung Hamburgs weiterhin funktioniert.
Das Privatleben und Ulrich Wickert
Neben ihrer beruflichen Tätigkeit wurde Birgit Schanzen durch ihre frühere Ehe mit dem Journalisten Ulrich Wickert bekannt. Wickert war über viele Jahre eines der bekanntesten Gesichter der deutschen Nachrichtensendung „Tagesthemen“.
Schanzen und Wickert heirateten am 20. Mai 1997. Die Ehe wurde nach etwa einem Jahr geschieden und blieb kinderlos.
Die Beziehung sorgte damals für mediale Aufmerksamkeit, da beide im deutschen Journalismus tätig waren. Trotzdem sollte ihre Karriere nicht allein über diese Verbindung betrachtet werden.
Schanzen hatte bereits vor der Ehe eine eigenständige berufliche Laufbahn aufgebaut und war durch „Rund um den Michel“ einem regionalen Publikum bekannt. Auch nach der Scheidung setzte sie ihre Arbeit beim NDR fort und entwickelte sich zunehmend in Richtung redaktioneller Verantwortung.
Über ihr heutiges Privatleben sind dagegen nur wenige verlässliche Informationen öffentlich bekannt. Deshalb ist es sinnvoll, sich bei ihrer Biografie vor allem auf ihre dokumentierte berufliche Tätigkeit zu konzentrieren.
Birgit Schanzen und das Erbe von „Rund um den Michel“
Ein besonders interessantes Kapitel ihrer Karriere ist die langfristige Wirkung von „Rund um den Michel“. Die Sendung existiert auch heute noch und wird weiterhin vom NDR ausgestrahlt.
Das aktuelle Format führt regelmäßig durch verschiedene Bereiche Hamburgs und stellt Menschen, Orte und besondere Geschichten vor. Der NDR bietet die Sendungen zudem über die ARD Mediathek an.
Im Jahr 2026 gehören beispielsweise Geschichten über Hamburger Familien, St. Pauli, Traditionsbetriebe und Menschen mit außergewöhnlichen Leidenschaften zum Programm.
Damit ist die Grundidee, die Schanzen Anfang der 1990er-Jahre entwickelte, auch Jahrzehnte später noch erkennbar. Die Moderatoren haben gewechselt und die technische Umsetzung hat sich verändert, doch die zentrale Idee ist geblieben: Hamburg anhand seiner Menschen und ihrer Geschichten zu erzählen.
Fazit
Birgit Schanzen hat eine vielseitige und langjährige Karriere im deutschen Fernsehjournalismus aufgebaut. Besonders bekannt wurde sie als Ideengeberin und erste Moderatorin von „Rund um den Michel“, das am 4. Januar 1991 im NDR-Fernsehen startete.
Von 1991 bis 1999 prägte sie das Hamburger Regionalagazin maßgeblich. Die Sendung verband Unterhaltung mit regionaler Berichterstattung und erreichte zeitweise rund 500.000 Zuschauer.
Nach ihrer Zeit vor der Kamera verlagerte sich ihr Schwerpunkt zunehmend auf die redaktionelle Arbeit. Sie war an zahlreichen Reportagen und Dokumentationen beteiligt und übernahm bei verschiedenen NDR-Produktionen auch Verantwortung als Redaktionsleiterin.
Ihr beruflicher Weg zeigt damit eine bemerkenswerte Entwicklung: von der bekannten Fernsehmoderatorin zur erfahrenen Journalistin hinter den Kulissen. Besonders nachhaltig bleibt ihre Verbindung zu „Rund um den Michel“, dessen ursprüngliche Idee bis heute im NDR-Programm weiterlebt.
Birgit Schanzen steht deshalb nicht nur für eine frühere Generation von Fernsehgesichtern. Sie steht auch für regionalen Journalismus, der Menschen, Orte und Geschichten in den Mittelpunkt stellt und dadurch eine besondere Nähe zum Publikum schafft.

